Wie exportiert man MAXQDA-Ergebnisse für eine Abschlussarbeit?
In diesem Beitrag
- Die wichtigsten Exportwege im Überblick
- Codierte Segmente exportieren – das Herzstück der Ergebnisdarstellung
- Dokumente mit Codierstreifen exportieren
- Mit dem Smart Publisher strukturierte Berichte erstellen
- Welches Format eignet sich für die Abschlussarbeit?
- Häufige Fehler beim Export vermeiden
- Fazit: So kommen Ihre Ergebnisse in die Arbeit
MAXQDA bietet mehrere Exportwege, die je nach Zweck unterschiedlich geeignet sind. Für eine Abschlussarbeit sind vor allem drei Methoden relevant: der Export codierter Segmente, der Export ganzer Dokumente mit Codierstreifen und die Nutzung des Smart Publishers für strukturierte Berichte. Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, ob Sie Zitate belegen, den Codierprozess dokumentieren oder einen vollständigen Ergebnisbericht erstellen möchten.
Die wichtigsten Exportwege im Überblick
MAXQDA trennt den Export nach dem, was Sie ausgeben möchten: einzelne codierte Textstellen, ganze Dokumente inklusive Codiermarkierungen oder einen strukturierten Bericht über mehrere Codes und Dokumente hinweg. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die drei Wege sich in Aufwand, Format und Verwendungszweck erheblich unterscheiden.
| Exportweg | Geeignet für | Formate |
|---|---|---|
| Codierte Segmente | Zitate in der Ergebnisdarstellung, Kategorienübersicht | Word, Excel, HTML |
| Dokumente mit Codierstreifen | Visuelle Dokumentation des Codierprozesses (Anhang) | PDF, HTML |
| Smart Publisher | Strukturierter Ergebnisbericht, mehrere Codes auf einmal | Word |
In der Praxis nutzen die meisten Studierenden zwei dieser Wege kombiniert: den Segmentexport für die eigentliche Ergebnisdarstellung im Text und den PDF-Export mit Codierstreifen für den Anhang als Nachweis der Analyseschritte.
Codierte Segmente exportieren – das Herzstück der Ergebnisdarstellung
Der Export codierter Segmente ist in den meisten Abschlussarbeiten der wichtigste Schritt. Er erlaubt Ihnen, alle Textstellen, die einem bestimmten Code zugeordnet wurden, gebündelt auszugeben – inklusive Quellenangabe, Dokumentname und optionaler Memos.
Über das Fenster „Retrieved Segments“
Aktivieren Sie zunächst die gewünschten Codes und Dokumente im Codesystem und im Dokumentensystem. MAXQDA zeigt dann im Fenster „Retrieved Segments“ alle passenden Segmente an. Den Export starten Sie über das Export-Symbol oben rechts im Fenster.
Alternativ führt der Menüpfad Reports → Export → Retrieved Segments direkt zum Exportdialog. Dort wählen Sie das gewünschte Format aus: Word, Excel oder HTML.
Über die tabellarische Übersicht
Wer eine strukturierte Übersicht über alle codierten Segmente bevorzugt, nutzt alternativ die „Overview of Coded Segments“. Diese öffnen Sie mit einem Rechtsklick auf einen Code im Codesystem und dann „Overview of Coded Segments“. Die tabellarische Ansicht lässt sich ebenfalls als Excel-Datei exportieren und eignet sich besonders gut für die Anhangsdokumentation oder für eine systematische Auswertung der Codierhäufigkeiten.
Dokumente mit Codierstreifen exportieren
Neben dem Segmentexport bietet MAXQDA die Möglichkeit, ganze Dokumente inklusive der eingetragenen Codiermarkierungen zu exportieren. Das ist vor allem für den Anhang einer Abschlussarbeit relevant, wenn Sie den Codierprozess transparent nachweisen möchten.
PDF-Export mit Coding Stripes
Beim PDF-Export erscheinen die Codes als farbige Coding Stripes links neben dem Text – so ist auf einen Blick erkennbar, welche Passage welchem Code zugeordnet wurde. Starten Sie den Export über Reports → Export → Current Document (as PDF).
Wichtig: Im Exportdialog können Sie gezielt auswählen, welche Codes als Stripes angezeigt werden sollen. Aktivieren Sie nur die Codes, die für den Anhang relevant sind, damit das Dokument übersichtlich bleibt. Der Memo-Inhalt selbst wird beim PDF-Export nicht ausgegeben – es erscheint lediglich das Memo-Symbol im Text. Für die vollständige Einbindung von Memo-Inhalten empfiehlt sich daher der HTML-Export, der Memo-Texte direkt an den entsprechenden Textstellen einfügen kann.
HTML-Export mit Zeilennummern
Wenn Sie die Textstellen in Ihrer Abschlussarbeit per Zeilennummer zitieren möchten – in manchen Fächern und nach bestimmten Hochschulvorgaben üblich –, ist der HTML-Export die bessere Wahl. Er gibt das Dokument als Tabelle mit Absatz- oder Zeilennummern aus und eignet sich gut für die anschließende Weiterverarbeitung in Word.
Wer noch unsicher ist, wie die Auswertung von Interviews mit MAXQDA grundsätzlich abläuft, findet dort einen guten Einstieg, bevor er sich dem Export widmet.
Mit dem Smart Publisher strukturierte Berichte erstellen
Der Smart Publisher ist das leistungsfähigste, aber auch am wenigsten bekannte Exportwerkzeug in MAXQDA. Er erlaubt es, gezielt Codes und Dokumentgruppen auszuwählen und daraus einen vollständig formatierten Word-Bericht zu erzeugen – inklusive Überschriften, Segmenten und Kontextinformationen.
Den Smart Publisher erreichen Sie über Reports → Smart Publisher. Im sich öffnenden Dialog definieren Sie:
- Welche Codes in den Bericht aufgenommen werden sollen
- Welche Dokumente oder Dokumentgruppen berücksichtigt werden
- Ob Memos, Quellenangaben und Codenamen als Überschriften erscheinen sollen
- Das gewünschte Word-Format für die Ausgabe
Das Ergebnis ist ein strukturiertes Word-Dokument, das alle relevanten Segmente nach Codes geordnet ausgibt. Gerade für umfangreiche Abschlussarbeiten ist diese berichtsorientierte Ausgabe besonders arbeitsökonomisch, weil sie das manuelle Zusammensuchen von Textstellen aus verschiedenen Kategorien überflüssig macht.
Welches Format eignet sich für die Abschlussarbeit?
Die Wahl des Exportformats hängt vom konkreten Verwendungszweck ab. Hier gilt keine pauschale Antwort – entscheidend ist, was Sie mit dem Export in Ihrer Arbeit machen möchten.
| Format | Stärken | Typischer Einsatz in der Abschlussarbeit |
|---|---|---|
| Word (.docx) | Direkt bearbeitbar, gut für Zitate im Fließtext | Ergebnisteil, Smart-Publisher-Bericht |
| Excel (.xlsx) | Tabellarische Struktur, Häufigkeiten auswertbar | Codiertabellen im Anhang, Häufigkeitsübersichten |
| Codierstreifen visuell sichtbar, nicht editierbar | Anhang: Nachweis des Codierprozesses | |
| HTML | Zeilennummern, Memos eingebettet | Anhang: Dokumente mit Zeilennummern für Zitationsnachweis |
Für die meisten Bachelor- und Masterarbeiten reicht eine Kombination aus Word-Export (Segmente) für den Ergebnisteil und PDF-Export (Dokumente mit Codierstreifen) für den Anhang völlig aus. Das klingt zunächst aufwändiger als es ist – in der Praxis sind beide Exporte in wenigen Minuten erledigt.
Häufige Fehler beim Export vermeiden
In der Praxis tauchen beim MAXQDA-Export immer wieder dieselben Probleme auf. Die wichtigsten lassen sich durch einfache Vorüberlegungen vermeiden.
Fehlende Quellenangaben im Export
Beim Export codierter Segmente sollten Sie im Exportdialog darauf achten, dass Dokumentname, Dokumentgruppe und Positionsangaben mit ausgegeben werden. Nur so sind die exportierten Zitate in Ihrer Arbeit korrekt belegbar. Prüfen Sie diese Einstellung bei jedem Export, da MAXQDA die zuletzt verwendeten Einstellungen nicht immer speichert.
Zu früher Export
Ein häufiger Fehler ist der Export vor Abschluss der Codierung. Exportieren Sie erst dann, wenn das Codesystem finalisiert ist und alle Dokumente vollständig codiert wurden. Nachträgliche Änderungen am Codesystem – etwa das Zusammenführen von Codes oder Umbenennungen – sind im bereits exportierten Dokument nicht mehr sichtbar und führen zu Inkonsistenzen zwischen Ihrer Arbeit und dem MAXQDA-Projekt.
Uneinheitliche Zitationsweise
Entscheiden Sie sich vor dem Export für eine einheitliche Zitationsweise für Ihre Interviewpassagen – zum Beispiel nach Dokumentkürzel und Zeilennummer oder nach Dokument und Segmentposition. MAXQDA gibt alle nötigen Angaben mit aus, aber Sie müssen im Vorfeld festlegen, welche davon in Ihrer Arbeit verwendet werden sollen.
Wenn Sie unsicher sind, welche Auswertungsmethoden für Interviews in Ihrem Fach üblich sind und wie die Ergebnisse typischerweise dargestellt werden, lohnt sich ein Blick in die Methodenliteratur Ihres Faches oder in vergleichbare Abschlussarbeiten Ihrer Hochschule.
Fazit: So kommen Ihre Ergebnisse in die Arbeit
Der Export aus MAXQDA ist kein einmaliger Schritt am Ende der Analyse, sondern ein iterativer Prozess. Typischerweise exportieren Studierende zunächst einen Entwurf über den Smart Publisher oder den Segmentexport, überarbeiten das Codesystem noch einmal, und erstellen dann den finalen Export kurz vor der Ergebnisschreibung.
Checkliste: MAXQDA-Export für die Abschlussarbeit
- Codesystem ist finalisiert und alle Dokumente vollständig codiert
- Relevante Codes und Dokumente vor dem Export aktiviert
- Segmentexport (Word) für den Ergebnisteil durchgeführt
- Dokumentname und Positionsangaben im Export aktiviert
- Memos nach Bedarf mit exportiert
- PDF-Export mit Codierstreifen für den Anhang erstellt
- Einheitliche Zitationsweise für Interviewpassagen festgelegt
Wenn Sie trotz dieser Schritte unsicher sind, ob Ihre Exportstrategie den Anforderungen Ihrer Hochschule entspricht, oder wenn Sie Unterstützung bei der Auswertung und Darstellung qualitativer Daten benötigen, bietet professionelle MAXQDA-Beratung eine gezielte methodische Begleitung – von der Codierung bis zur fertigen Ergebnisdarstellung in der Abschlussarbeit.