Wie importiert man Daten in Stata?
In diesem Beitrag
- Das Grundprinzip: So funktioniert der Datenimport in Stata
- Excel-Dateien importieren mit
import excel - CSV- und Textdateien importieren mit
import delimited - Weitere Formate: Fixed-Format, SPSS, SAS und native .dta-Dateien
- Häufige Fehler beim Import und wie Sie sie vermeiden
- Empfohlener Workflow für Abschlussarbeiten
Das Grundprinzip: So funktioniert der Datenimport in Stata
Stata kann keine Excel- oder CSV-Datei direkt „öffnen“ wie ein Tabellenkalkulationsprogramm – stattdessen liest Stata Daten über spezifische Importbefehle in seinen Arbeitsspeicher ein. Sobald die Daten geladen sind, liegen sie als sogenannter Dataset im Speicher vor, mit dem Sie alle weiteren Analysen durchführen.
Die drei wichtigsten Importbefehle sind:
import excel– für .xls- und .xlsx-Dateienimport delimited– für CSV-, tab-getrennte und andere Textdateienuse– für native Stata-Dateien im .dta-Format
Bevor Sie irgendeinen Importbefehl ausführen, sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Arbeitsverzeichnis korrekt gesetzt ist. Mit cd "C:/IhrPfad" legen Sie das Verzeichnis fest, in dem Stata nach Dateien sucht. Das erspart Ihnen lange Pfadangaben bei jedem Befehl und vermeidet einen der häufigsten Anfängerfehler überhaupt.
Excel-Dateien importieren mit import excel
Excel ist in der Praxis das mit Abstand häufigste Ausgangsformat für empirische Daten – sei es aus Umfragen, administrativen Datenbanken oder selbst erhobenen Messreihen. Stata unterstützt sowohl .xls- als auch .xlsx-Dateien und erkennt das Format automatisch anhand der Dateiendung.
Grundlegender Befehl
Der einfachste Import einer Excel-Datei sieht so aus:
import excel using "meine_daten.xlsx", firstrow clear
Die Option firstrow weist Stata an, die erste Zeile der Tabelle als Variablennamen zu behandeln – das entspricht dem üblichen Aufbau einer Excel-Tabelle mit Spaltenköpfen. clear entfernt einen eventuell bereits geladenen Datensatz aus dem Arbeitsspeicher.
Tabellenblatt und Zellenbereich auswählen
Viele Excel-Dateien enthalten mehrere Tabellenblätter oder haben Daten nicht ab Zelle A1 stehen. Für diese Fälle gibt es zwei wichtige Optionen:
* Verfügbare Tabellenblätter anzeigen
import excel using "meine_daten.xlsx", describe
* Bestimmtes Tabellenblatt importieren
import excel using "meine_daten.xlsx", sheet("Rohdaten") firstrow clear
* Nur einen bestimmten Zellenbereich importieren
import excel using "meine_daten.xlsx", sheet("Rohdaten") cellrange(A1:F200) firstrow clear
Wie die offizielle Stata-Dokumentation zu import excel erläutert, zeigt import excel, describe alle verfügbaren Tabellenblätter und Zellbereiche an – ein nützlicher erster Schritt, wenn Sie eine unbekannte Datei prüfen möchten. Außerdem weist die Dokumentation darauf hin, dass sehr große .xlsx-Dateien die Rechnerleistung erheblich beeinträchtigen können, weshalb es sich lohnt, den Import mit cellrange() auf den tatsächlich benötigten Bereich zu beschränken.
Nach dem Import: Daten prüfen
Führen Sie nach jedem Import routinemäßig folgende Befehle aus:
describe– zeigt Variablennamen, Typen und Labelslist in 1/10– gibt die ersten zehn Beobachtungen auscodebook– liefert detaillierte Informationen zu jeder Variable
So erkennen Sie schnell, ob Variablennamen korrekt übernommen wurden, ob numerische Spalten versehentlich als String importiert wurden oder ob Leerzeilen aus Excel mitgeladen wurden.
CSV- und Textdateien importieren mit import delimited
CSV-Dateien (Comma-Separated Values) und tab-getrennte Textdateien sind das zweithäufigste Exportformat aus Umfragetools wie SurveyMonkey, LimeSurvey oder aus statistischen Datenbanken. Der zuständige Befehl ist import delimited.
CSV-Datei mit Variablennamen importieren
import delimited using "umfrage_daten.csv", clear
Stata erkennt bei import delimited das Trennzeichen häufig automatisch aus der ersten Zeile – ob Komma, Semikolon oder Tabulator. Enthält die erste Zeile Variablennamen, werden diese automatisch übernommen. Enthält die Datei keine Variablennamen, müssen Sie diese entweder im Befehl angeben oder nachträglich mit rename vergeben.
Trennzeichen manuell angeben
Gerade bei deutschen Exportdateien wird häufig ein Semikolon statt eines Kommas als Trennzeichen verwendet – weil das Komma in Deutschland als Dezimaltrennzeichen gilt. In solchen Fällen geben Sie das Trennzeichen explizit an:
* Semikolon-getrennte Datei
import delimited using "umfrage_daten.csv", delimiter(";") clear
* Tab-getrennte Datei (mehrere Tabs zwischen Spalten möglich)
import delimited using "rohdaten.txt", delimiter(tab, collapse) clear
Die Option delimiter(tab, collapse) ist besonders dann nützlich, wenn mehrere aufeinanderfolgende Tabulatoren zwischen Spalten auftreten können – etwa bei manuell erstellten Textexporten.
Dateinamen mit Leerzeichen und Pfadangaben
Enthält der Dateiname oder der Ordnerpfad Leerzeichen, setzen Sie den gesamten Pfad in doppelte Anführungszeichen:
import delimited using "C:/Meine Dokumente/Masterarbeit/daten_final.csv", clear
Weitere Formate: Fixed-Format, SPSS, SAS und native .dta-Dateien
Native Stata-Dateien (.dta)
Wenn Ihnen jemand bereits eine Stata-Datei übermittelt oder Sie einen früheren Datensatz weiterverwenden, genügt ein einfaches use:
use "datensatz.dta", clear
Fixed-Format-Dateien mit infix
Fixed-Format-Dateien kommen vor allem in der amtlichen Statistik und bei Sekundärdaten vor. Hier sind Variablen nicht durch ein Trennzeichen, sondern durch feste Spaltenpositionen definiert. Der Befehl infix liest solche Dateien ein, indem Sie für jede Variable Start- und Endposition angeben:
infix int alter 1-3 str geschlecht 4-4 double einkommen 5-12 using "rohdaten.txt", clear
Für Fixed-Format-Dateien wird in der Methodenliteratur empfohlen, stets ein Codebook mit den exakten Spaltenpositionen zur Hand zu haben, da schon eine einzige falsch angegebene Position den gesamten Import korrumpiert.
SPSS- und SAS-Dateien
Stata kann über das Paket usespss (SPSS) bzw. usesas (SAS) Fremddaten einlesen – beide müssen gegebenenfalls vorab über ssc install installiert werden. Einfacher ist es oft, die Daten in SPSS oder SAS zunächst als CSV oder Stata-Datei zu exportieren und dann in Stata zu laden. Für eine Einschätzung, wann der Wechsel von SPSS zu Stata sinnvoll ist, lohnt sich ein Blick auf den Beitrag Stata vs. Excel – warum Stata die bessere Wahl für komplexe Analysen ist.
Häufige Fehler beim Import und wie Sie sie vermeiden
cd oder geben Sie den vollständigen Pfad an.| Fehlerbild | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| „file not found“ | Falsches Arbeitsverzeichnis oder Tippfehler im Dateinamen | cd prüfen, Dateinamen in Anführungszeichen setzen |
| Numerische Variablen werden als String importiert | Leerzeichen, Einheiten oder Sonderzeichen in der Spalte | Excel bereinigen, dann erneut importieren; oder destring verwenden |
| „no dataset in memory; clear not done“ | Vorhandener Datensatz wurde nicht gelöscht | Option clear an den Importbefehl anhängen |
| Falsche Variablennamen (v1, v2, …) | Erste Zeile nicht als Variablennamen erkannt | Option firstrow (Excel) oder varnames(1) (delimited) ergänzen |
| Falsche Spaltenzuordnung bei CSV | Falsches Trennzeichen erkannt | Trennzeichen mit delimiter() explizit angeben |
Ein Blick auf die Fehlermeldung im Stata-Output-Fenster lohnt sich immer – Stata gibt in der Regel präzise Hinweise darauf, was schiefgelaufen ist. Wer grundlegende Stata-Konzepte vertiefen möchte, findet im Beitrag Was macht man mit Stata? einen guten Überblick über die Möglichkeiten der Software.
Empfohlener Workflow für Abschlussarbeiten
In der Praxis hat sich für empirische Abschlussarbeiten ein standardisierter Import-Workflow bewährt, der Fehlerquellen minimiert und die Reproduzierbarkeit sicherstellt. Das klingt zunächst nach mehr Aufwand, spart aber erfahrungsgemäß viel Zeit beim Bereinigen und Debuggen.
Import-Workflow für Abschlussarbeiten
- Arbeitsverzeichnis mit
cdsetzen - Datei mit
import excel, describeoder einem Texteditor vorab prüfen - Importbefehl mit allen nötigen Optionen (
sheet(),firstrow,clear) im Do-File notieren - Nach dem Import
describeundlist in 1/5zur Sichtkontrolle ausführen - Variablentypen prüfen: Sind alle numerischen Variablen wirklich numerisch?
- Variablennamen und -labels ggf. mit
renameundlabel variableanpassen - Datensatz als .dta-Datei speichern:
save "daten_importiert.dta", replace
Den gespeicherten .dta-Datensatz laden Sie für alle weiteren Analysen mit use – das macht Folge-Do-Files übersichtlicher und schneller. Für komplexere Auswertungen wie eine Regressionsanalyse in Stata oder die Erstellung von Grafiken in Stata ist ein sauber importierter und dokumentierter Ausgangsdatensatz die entscheidende Grundlage.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Datensatz korrekt eingelesen wurde, oder wenn Sie Unterstützung bei der gesamten Auswertung benötigen, erhalten Sie bei der Stata-Hilfe von QuantExpert methodische Begleitung durch erfahrene Stata-Anwenderinnen und -Anwender – von der Datenaufbereitung bis zur finalen Ergebnisdarstellung.
import excel ... firstrow clear laden, mit describe prüfen, als .dta speichern – fertig. Der gesamte Import dauert in der Regel weniger als fünf Minuten.