Absolute Risikoreduktion
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Was versteht man unter Absoluter Risikoreduktion?
Die Absolute Risikoreduktion (ARR) gibt an, um wie viele Prozentpunkte das Risiko eines Ereignisses in einer Behandlungsgruppe im Vergleich zu einer Kontrollgruppe sinkt. Sie ist definiert als die Differenz zwischen dem Risiko in der Kontrollgruppe (RK) und dem Risiko in der Interventionsgruppe (RI):
Formel: Absolute Risikoreduktion
Das Ergebnis ist eine einfache Differenz zweier Wahrscheinlichkeiten und wird in Prozentpunkten ausgedrückt. Die ARR ist eng verwandt mit der Number Needed to Treat (NNT), die sich als Kehrwert der ARR berechnet: Je größer die ARR, desto kleiner die NNT – und desto wirksamer ist eine Intervention im absoluten Sinne.
Warum ist Absolute Risikoreduktion für statistische Analysen wichtig?
Die ARR ist eines der aussagekräftigsten Maße zur Beurteilung des praktischen Nutzens einer Intervention. Während die Relative Risikoreduktion (RRR) nur das Verhältnis zweier Risiken beschreibt, berücksichtigt die ARR das Ausgangsrisiko und liefert damit eine klinisch und praktisch besser interpretierbare Zahl.
Konkret hat die ARR folgende Stärken:
- Sie ist intuitiv verständlich und direkt auf eine Population übertragbar.
- Sie bildet die Grundlage für die Berechnung der NNT, einem zentralen Maß in der evidenzbasierten Medizin.
- Sie ermöglicht den Vergleich von Interventionen mit unterschiedlichen Ausgangsrisiken.
Praxisbeispiel zu Absoluter Risikoreduktion
Eine klinische Studie untersucht, ob ein neues Medikament das Risiko eines Herzinfarkts innerhalb von fünf Jahren senkt. In die Studie werden 1.000 Personen aufgenommen, die zufällig auf zwei Gruppen verteilt werden:
| Gruppe | Teilnehmende | Herzinfarkte | Risiko |
|---|---|---|---|
| Kontrollgruppe (Placebo) | 500 | 60 | 12 % |
| Interventionsgruppe (Medikament) | 500 | 36 | 7,2 % |
Die absolute Risikoreduktion berechnet sich wie folgt:
Berechnung im Beispiel
Das Medikament reduziert das absolute Herzinfarktrisiko also um 4,8 Prozentpunkte. Die zugehörige NNT beträgt , was bedeutet: Es müssen rund 21 Personen behandelt werden, damit ein Herzinfarkt verhindert wird.
Die relative Risikoreduktion läge in diesem Beispiel bei 40 % – eine Zahl, die deutlich eindrucksvoller klingt, aber ohne den Blick auf die ARR ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Wirksamkeit vermitteln kann.