Bartlett-Test
In diesem Beitrag
Was versteht man unter dem Bartlett-Test?
Der Bartlett-Test ist ein statistisches Verfahren zur Prüfung der Varianzhomogenität (auch: Homoskedastizität) über mehrere Gruppen hinweg. Er testet, ob die Varianzen in k unabhängigen Stichproben aus normalverteilten Grundgesamtheiten gleich sind.
Die Nullhypothese und Alternativhypothese lauten:
- H₀: Alle Gruppenvarianzen sind gleich ()
- H₁: Mindestens zwei Gruppenvarianzen unterscheiden sich.
Die Teststatistik des Bartlett-Tests basiert auf dem Vergleich der gruppenspezifischen Varianzen mit der gepoolten Gesamtvarianz. Sie ist chi-quadrat-verteilt mit k − 1 Freiheitsgraden:
Bartlett-Teststatistik
Dabei ist s²p die gepoolte Varianz aller Gruppen, s²i die Varianz der Gruppe i, ni der Stichprobenumfang der Gruppe i und C ein Korrekturfaktor zur Verbesserung der chi-quadrat-Approximation.
Warum ist der Bartlett-Test für statistische Analysen wichtig?
Varianzhomogenität ist eine zentrale Voraussetzung vieler statistischer Verfahren. Vor allem die einfaktorielle Varianzanalyse (ANOVA) setzt voraus, dass die Varianzen in den verglichenen Gruppen gleich sind. Der Bartlett-Test wird daher häufig als Voraussetzungstest eingesetzt, bevor eine ANOVA durchgeführt wird.
Ein signifikantes Ergebnis (p < 0,05) bedeutet, dass die Varianzen sich zwischen den Gruppen statistisch bedeutsam unterscheiden. In diesem Fall sollte die ANOVA nicht ohne Weiteres angewendet werden – robuste Alternativen wie der Welch-Test oder der Brown-Forsythe-Test sind dann vorzuziehen.
Praxisbeispiel zu dem Bartlett-Test
Eine Forscherin möchte untersuchen, ob sich die durchschnittlichen Reaktionszeiten (in Millisekunden) von Probandinnen und Probanden unter drei verschiedenen Lichtverhältnissen unterscheiden. Bevor sie eine ANOVA durchführt, prüft sie mit dem Bartlett-Test, ob die Varianzen in den drei Gruppen homogen sind.
| Gruppe | Lichtverhältnis | n | Varianz (s²) |
|---|---|---|---|
| 1 | Helles Licht | 20 | 182 |
| 2 | Gedimmtes Licht | 20 | 196 |
| 3 | Dunkelheit | 20 | 210 |
Die Forscherin führt den Bartlett-Test durch und erhält eine Teststatistik von B = 1,24 bei 2 Freiheitsgraden. Der zugehörige p-Wert beträgt 0,54. Da p > 0,05, kann die Nullhypothese der Varianzhomogenität nicht abgelehnt werden. Die Varianzen in den drei Gruppen unterscheiden sich also nicht signifikant – die Voraussetzung für die ANOVA ist erfüllt, und die Forscherin kann die Analyse bedenkenlos fortsetzen.