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Statistik-Glossar

BIC

Bayesian Information Criterion / Bayes’sches Informationskriterium · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was versteht man unter BIC?

Das Bayesian Information Criterion (BIC) ist ein Maß zum Vergleich statistischer Modelle. Es bewertet, wie gut ein Modell die beobachteten Daten erklärt, bestraft dabei aber gleichzeitig eine zu hohe Modellkomplexität. Entwickelt wurde es 1978 von Gideon Schwarz, weshalb es gelegentlich auch als Schwarz-Kriterium (SBC) bezeichnet wird.

Die Formel lautet:

Formel: BIC

Dabei steht für die maximierte Log-Likelihood des Modells, für die Anzahl der geschätzten Parameter und für die Stichprobengröße. Ein niedrigerer BIC-Wert bedeutet ein besseres Modell – es erklärt die Daten gut, ohne unnötig komplex zu sein.

Einfach erklärt Stell dir vor, du baust ein Modell, das die Daten beschreibt – wie eine Landkarte. Eine detaillierte Karte passt zwar perfekt, ist aber unhandlich. Das BIC hilft dir, die beste Balance zu finden: eine Karte, die präzise genug ist, aber nicht überladen. Je niedriger das BIC, desto besser diese Balance.

Warum ist BIC für statistische Analysen wichtig?

In der Praxis stehen Forschende häufig vor der Frage: Welches von mehreren Modellen soll ich verwenden? Ein komplexeres Modell passt sich den Daten zwar immer besser an – aber es besteht die Gefahr des Overfittings, also dass das Modell zufällige Muster in den Daten lernt statt echter Zusammenhänge. Das BIC wirkt dem entgegen, indem es jeden zusätzlichen Parameter mit einem Strafterm belegt, der mit dem Logarithmus der Stichprobengröße skaliert.

Typische Anwendungsbereiche des BIC sind:

  • Auswahl der geeigneten Anzahl von Prädiktoren in Regressionsmodellen
  • Bestimmung der optimalen Clusteranzahl in Clusteranalysen
  • Vergleich verschiedener Strukturgleichungsmodelle
  • Modellselektion in der Zeitreihenanalyse (z. B. ARIMA-Modelle)

Im Vergleich zum verwandten AIC (Akaike Information Criterion) bestraft das BIC zusätzliche Parameter stärker – insbesondere bei großen Stichproben. Das BIC bevorzugt daher tendenziell sparsamere Modelle. Welches Kriterium besser geeignet ist, hängt vom Forschungsziel ab: Geht es um Vorhersagegenauigkeit, ist das AIC oft sinnvoller; geht es um die Identifikation des wahren Modells, spricht mehr für das BIC.

Häufiger Fehler BIC-Werte dürfen nur dann miteinander verglichen werden, wenn die Modelle auf exakt denselben Daten und derselben abhängigen Variable basieren. Ein BIC-Vergleich über unterschiedliche Datensätze oder transformierte Zielvariablen hinweg ist nicht zulässig und führt zu falschen Schlüssen.
Gut zu wissen Als Faustregel gilt: Eine BIC-Differenz von mehr als 10 zwischen zwei Modellen spricht für eine sehr starke Präferenz des Modells mit dem niedrigeren BIC-Wert. Unterschiede unter 2 gelten hingegen als vernachlässigbar.

Praxisbeispiel zu BIC

Eine Forscherin untersucht, welche Faktoren den Studienerfolg von Studierenden vorhersagen. Sie testet drei Regressionsmodelle mit unterschiedlich vielen Prädiktoren:

Tabelle 1. BIC-Werte für drei Regressionsmodelle zum Studienerfolg
Modell Prädiktoren BIC
Modell 1 Abiturnote 312,4
Modell 2 Abiturnote, Lernzeit 298,1
Modell 3 Abiturnote, Lernzeit, Schlafdauer, Freizeitaktivitäten, Pendelzeit 305,7

Obwohl Modell 3 die Daten möglicherweise rechnerisch am besten anpasst, weist Modell 2 den niedrigsten BIC-Wert auf. Das BIC signalisiert, dass die zusätzlichen Prädiktoren in Modell 3 keinen ausreichenden Erklärungsgewinn bringen, um ihre höhere Komplexität zu rechtfertigen. Die Forscherin entscheidet sich daher für Modell 2 als bestes Modell.

Modellselektion BIC AIC Regression Overfitting Log-Likelihood Informationskriterien

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