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Statistik-Glossar

Binomialverteilung

Binomial Distribution · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 5 Min. Lesezeit

Was versteht man unter Binomialverteilung?

Die Binomialverteilung ist eine diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilung. Sie beschreibt, wie wahrscheinlich es ist, bei n unabhängigen Versuchen genau k Mal ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen – vorausgesetzt, jeder Versuch hat genau zwei mögliche Ausgänge (Erfolg oder Misserfolg) und die Erfolgswahrscheinlichkeit p bleibt bei jedem Versuch konstant.

Die Wahrscheinlichkeit für genau k Erfolge lautet:

Formel: Binomialverteilung

Die drei Bestandteile haben folgende Bedeutung:

  • n – Anzahl der Versuche
  • k – Anzahl der gewünschten Erfolge (0 ≤ k ≤ n)
  • p – Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs pro Versuch
  • – Binomialkoeffizient: Anzahl der Möglichkeiten, k Erfolge aus n Versuchen auszuwählen

Damit die Binomialverteilung gilt, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Die Versuche sind unabhängig voneinander.
  2. Es gibt genau zwei Ausgänge pro Versuch (Erfolg / Misserfolg).
  3. Die Erfolgswahrscheinlichkeit p ist konstant über alle Versuche.
Einfach erklärt Stell dir vor, du wirfst eine Münze zehnmal. Jedes Mal ist die Chance auf Kopf genau 50 %. Die Binomialverteilung beantwortet Fragen wie: „Wie wahrscheinlich ist es, genau sechsmal Kopf zu werfen?“ Sie zählt also Treffer bei Wiederholungen desselben Zufallsexperiments.

Warum ist die Binomialverteilung für statistische Analysen wichtig?

Die Binomialverteilung ist ein grundlegendes Werkzeug überall dort, wo Ergebnisse in zwei Kategorien fallen: bestanden/nicht bestanden, krank/gesund, geklickt/nicht geklickt. Sie bildet die theoretische Grundlage für eine Reihe wichtiger statistischer Verfahren:

  • Hypothesentests: Der Binomialtest prüft, ob eine beobachtete Erfolgsquote mit einem angenommenen Wert übereinstimmt.
  • Konfidenzintervalle für Anteile: Die Binomialverteilung ist die Basis für die Berechnung von Konfidenzintervallen bei Proportionen.
  • Stichprobenplanung: Sie hilft abzuschätzen, wie groß eine Stichprobe sein muss, um einen bestimmten Anteilswert zuverlässig schätzen zu können.

Bei großem n und moderatem p kann die Binomialverteilung durch die Normalverteilung angenähert werden – eine Faustregel lautet: Die Annäherung ist akzeptabel, wenn n · p ≥ 5 und n · (1 − p) ≥ 5.

Häufiger Fehler Die Binomialverteilung setzt unabhängige Versuche voraus. Wird z. B. ohne Zurücklegen aus einer kleinen Gruppe gezogen, ist diese Bedingung verletzt – dann wäre die Hypergeometrische Verteilung die richtige Wahl. Außerdem gilt: p muss wirklich konstant sein. Verändert sich die Erfolgswahrscheinlichkeit im Verlauf der Versuche, liefert die Binomialverteilung falsche Ergebnisse.

Praxisbeispiel zu Binomialverteilung

In einer Studie zur Wirksamkeit eines neuen Medikaments wird angenommen, dass es bei 70 % der Patientinnen und Patienten anschlägt (p = 0,70). Nun werden n = 8 Personen behandelt. Wie wahrscheinlich ist es, dass genau 6 Personen auf das Medikament ansprechen?

Berechnung: P(X = 6)

Tabelle 1. Ausgewählte Wahrscheinlichkeiten für n = 8, p = 0,70
Anzahl Erfolge k P(X = k)
4 0,136
5 0,254
6 0,296
7 0,198
8 0,058

Das Ergebnis: Mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 29,6 % sprechen genau 6 von 8 Personen auf das Medikament an. Der wahrscheinlichste Wert liegt ebenfalls bei 6 – das entspricht dem Erwartungswert , also 5,6 Erfolge im Mittel, gerundet zum nächsten ganzzahligen Spitzenwert.

Gut zu wissen In Statistiksoftware wie R, Python (SciPy) oder SPSS lassen sich Binomialwahrscheinlichkeiten direkt berechnen: In R etwa mit dbinom(6, size = 8, prob = 0.7).

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