Bivariate Analyse
In diesem Beitrag
Was versteht man unter Bivariater Analyse?
Die bivariate Analyse ist eine statistische Methode, bei der gleichzeitig zwei Variablen untersucht werden. Ziel ist es, den Zusammenhang, die Abhängigkeit oder die Korrelation zwischen diesen beiden Variablen zu beschreiben und zu messen. Sie steht damit zwischen der univariaten Analyse (eine Variable) und der multivariaten Analyse (mehr als zwei Variablen).
Welches statistische Verfahren bei einer bivariaten Analyse eingesetzt wird, hängt vom Skalenniveau der beiden Variablen ab. Die folgende Übersicht zeigt typische Methodenkombinationen:
| Variable 1 | Variable 2 | Typisches Verfahren |
|---|---|---|
| Kategorial | Kategorial | Chi-Quadrat-Test, Kreuztabelle |
| Kategorial | Metrisch | t-Test, Mann-Whitney-U-Test |
| Metrisch | Metrisch | Pearson-Korrelation, Spearman-Korrelation |
Ein zentrales Maß in der bivariaten Analyse ist der Korrelationskoeffizient, zum Beispiel Pearsons r. Er gibt an, wie stark und in welche Richtung zwei metrische Variablen miteinander zusammenhängen – und nimmt Werte zwischen −1 und +1 an.
Pearsons Korrelationskoeffizient r
Warum ist Bivariate Analyse für statistische Analysen wichtig?
Die bivariate Analyse ist in der empirischen Forschung oft der erste Schritt, um Hypothesen zu prüfen. Bevor komplexe Modelle aufgebaut werden, lohnt es sich zu untersuchen, ob überhaupt ein Zusammenhang zwischen zwei Variablen existiert. Sie liefert wichtige Hinweise darauf, welche Variablen für eine weiterführende Analyse relevant sind.
Typische Anwendungsfelder sind:
- Überprüfung von Forschungshypothesen in Abschlussarbeiten und Studien
- Analyse von Gruppenunterschieden (z. B. Vergleich zweier Behandlungsmethoden)
- Identifikation von Prädiktoren für spätere Regressionsanalysen
- Qualitätskontrolle und explorative Datenanalyse
Praxisbeispiel zu Bivariater Analyse
Eine Studierende untersucht in ihrer Bachelorarbeit, ob ein Zusammenhang zwischen der Schlafdauer (in Stunden) und der Prüfungsleistung (Punktzahl von 0–100) bei 120 Studierenden besteht. Beide Variablen sind metrisch skaliert – sie entscheidet sich daher für eine Pearson-Korrelation.
Die Auswertung ergibt einen Korrelationskoeffizienten von r = 0,62 bei einem p-Wert von p < 0,001. Das bedeutet:
- Es besteht ein positiver, mittelstarker Zusammenhang: Studierende mit mehr Schlaf erzielen tendenziell höhere Punktzahlen.
- Das Ergebnis ist statistisch signifikant – es ist also sehr unwahrscheinlich, dass dieser Zusammenhang nur zufällig entstanden ist.
Die Studierende kann diesen Befund nun in ihrer Arbeit berichten und als Ausgangspunkt für eine weiterführende lineare Regression nutzen, um die Prüfungsleistung durch die Schlafdauer vorherzusagen.