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Statistik-Glossar

Bonferroni-Post-hoc-Test

Bonferroni Correction / Bonferroni Post-hoc Test · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 5 Min. Lesezeit

Was versteht man unter dem Bonferroni-Post-hoc-Test?

Der Bonferroni-Post-hoc-Test ist ein Verfahren zur multiplen Mittelwertvergleiche nach einer signifikanten ANOVA (Varianzanalyse). Er stellt sicher, dass beim gleichzeitigen Durchführen mehrerer paarweiser Vergleiche das Risiko eines Fehlers 1. Art (also ein fälschlicherweise signifikantes Ergebnis) kontrolliert wird.

Das Grundprinzip ist die sogenannte Bonferroni-Korrektur: Das globale Signifikanzniveau wird durch die Anzahl der durchgeführten Tests geteilt. Das korrigierte Signifikanzniveau für jeden einzelnen Vergleich lautet:

Bonferroni-Korrektur

Wenn man also beispielsweise drei Gruppen miteinander vergleicht, entstehen drei paarweise Vergleiche. Bei einem globalen Alpha von 0,05 wird jeder einzelne Vergleich nur dann als signifikant gewertet, wenn sein p-Wert kleiner als 0,05 / 3 ≈ 0,017 ist.

Einfach erklärt Stell dir vor, du wirfst eine Münze. Einmal geworfen, ist die Chance auf Kopf 50 %. Wenn du dieselbe Münze aber zehnmal wirfst, wird es irgendwann fast sicher sein, dass du mindestens einmal Kopf erhältst – auch wenn die Münze „fair“ ist. Ähnlich ist es bei statistischen Tests: Je mehr Vergleiche du durchführst, desto wahrscheinlicher findest du rein zufällig ein signifikantes Ergebnis. Der Bonferroni-Test bremst diesen Effekt, indem er die Messlatte für jeden einzelnen Vergleich höher legt.

Warum ist der Bonferroni-Post-hoc-Test für statistische Analysen wichtig?

Sobald eine ANOVA zeigt, dass sich mindestens zwei Gruppen signifikant unterscheiden, möchte man wissen: Welche Gruppen unterscheiden sich konkret voneinander? Dafür braucht man Post-hoc-Tests. Der Bonferroni-Test ist dabei eine der bekanntesten und konservativsten Optionen.

Seine Stärken und Grenzen im Überblick:

  • Einfachheit: Die Logik und Berechnung sind leicht nachvollziehbar und gut kommunizierbar.
  • Breite Anwendbarkeit: Der Test lässt sich nicht nur nach ANOVA, sondern grundsätzlich bei jedem multiplen Testproblem einsetzen.
  • Konservativ: Durch die strenge Korrektur sinkt die statistische Teststärke (Power). Das bedeutet, echte Unterschiede zwischen Gruppen werden bei kleinen Stichproben möglicherweise nicht entdeckt.
Häufiger Fehler Viele verwenden den Bonferroni-Test auch dann, wenn die Gruppen sehr viele paarweise Vergleiche erzeugen (z. B. 5 Gruppen = 10 Vergleiche). In solchen Fällen wird das korrigierte Alpha so klein, dass kaum noch ein Unterschied als signifikant erkannt werden kann. Hier sind Alternativen wie der Tukey-HSD-Test oder der Scheffé-Test oft besser geeignet.
Gut zu wissen Der Bonferroni-Post-hoc-Test setzt voraus, dass zuvor eine signifikante ANOVA vorliegt. Führt man ihn ohne diesen vorgeschalteten Omnibus-Test durch, spricht man allgemeiner von der Bonferroni-Korrektur für multiple Tests.

Praxisbeispiel zu Bonferroni-Post-hoc-Test

Eine Psychologiestudentin untersucht in ihrer Bachelorarbeit, ob drei verschiedene Lernmethoden (A: Selbststudium, B: Gruppenlernen, C: tutorielle Unterstützung) zu unterschiedlichen Testergebnissen führen. Sie führt zunächst eine einfaktorielle ANOVA durch, die ein signifikantes Ergebnis zeigt (p = 0,02). Sie weiß nun, dass sich mindestens zwei Gruppen unterscheiden, aber nicht welche. Deshalb wendet sie den Bonferroni-Post-hoc-Test an.

Bei drei Gruppen gibt es genau drei paarweise Vergleiche: A vs. B, A vs. C und B vs. C. Das korrigierte Signifikanzniveau beträgt:

Korrigiertes Alpha im Beispiel

Die Ergebnisse der paarweisen Vergleiche sehen wie folgt aus:

Tabelle 1. Paarweise Vergleiche der drei Lernmethoden (Bonferroni-korrigiert)
Vergleich p-Wert Signifikant? (α* = 0,017)
A vs. B (Selbststudium vs. Gruppenlernen) 0,042 Nein
A vs. C (Selbststudium vs. tutorielle Unterstützung) 0,008 Ja
B vs. C (Gruppenlernen vs. tutorielle Unterstützung) 0,031 Nein

Das Ergebnis: Nur der Unterschied zwischen Selbststudium und tutorieller Unterstützung ist nach Bonferroni-Korrektur statistisch signifikant. Die Studentin kann in ihrer Arbeit nun gezielt berichten, welche Gruppen sich voneinander unterscheiden – und das auf einer methodisch abgesicherten Grundlage.

Post-hoc-Test Multiple Vergleiche ANOVA Alpha-Fehler-Kumulierung Signifikanzniveau Fehler 1. Art Bonferroni-Korrektur Mittelwertvergleich

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Maximilian Fuchs, M. Sc.

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