Cohen’s f
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Was versteht man unter Cohen’s f?
Cohen’s f ist ein Effektstärkemaß, das die Größe von Unterschieden zwischen drei oder mehr Gruppenmittelwerten quantifiziert. Es wurde von Jacob Cohen entwickelt und kommt vor allem im Kontext der Varianzanalyse (ANOVA) zum Einsatz.
Cohen’s f drückt das Verhältnis der Streuung zwischen den Gruppenmittelwerten zur Streuung innerhalb der Gruppen aus. Je größer f, desto stärker unterscheiden sich die Gruppen voneinander.
Formel: Cohen’s f
Dabei steht für das Eta-Quadrat aus der ANOVA – also den Anteil der Gesamtvarianz, der durch die Gruppenzugehörigkeit erklärt wird.
Cohen schlug folgende Richtwerte für die Interpretation vor:
| f-Wert | Interpretation |
|---|---|
| 0,10 | Kleiner Effekt |
| 0,25 | Mittlerer Effekt |
| 0,40 | Großer Effekt |
Warum ist Cohen’s f für statistische Analysen wichtig?
Der p-Wert einer ANOVA verrät nur, ob ein Unterschied zwischen den Gruppen statistisch signifikant ist – nicht, wie groß dieser Unterschied ausfällt. Besonders bei großen Stichproben werden selbst winzige Unterschiede signifikant. Cohen’s f ergänzt den p-Wert, indem es die praktische Bedeutsamkeit des Effekts beziffert.
In der Forschungspraxis ist Cohen’s f besonders relevant für die A-priori-Poweranalyse. Vor der Datenerhebung lässt sich mit einem erwarteten f-Wert, dem gewünschten Signifikanzniveau und der angestrebten Teststärke die notwendige Stichprobengröße berechnen – etwa mit der Software G*Power. Ohne eine realistische Effektstärkenannahme ist keine sinnvolle Stichprobenplanung möglich.
Praxisbeispiel zu Cohen’s f
Eine Bildungsforscherin vergleicht drei didaktische Konzepte (Frontalunterricht, Gruppenarbeit, problembasiertes Lernen) anhand von Prüfungsergebnissen. Die einfaktorielle ANOVA ergibt ein .
Daraus berechnet sie Cohen’s f:
Berechnung
Mit f = 0,33 liegt der Effekt zwischen Cohens Richtwerten für einen mittleren (0,25) und einen großen Effekt (0,40). Die drei Unterrichtsmethoden führen also zu praktisch bedeutsamen Leistungsunterschieden. In einer Poweranalyse mit G*Power könnte die Forscherin diesen Wert nutzen, um für eine Folgestudie die optimale Stichprobengröße zu bestimmen.