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Statistik-Glossar

Einfache Regression

Simple Linear Regression / Einfache lineare Regression · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 5 Min. Lesezeit

Was versteht man unter einfacher Regression?

Die einfache Regression – genauer: die einfache lineare Regression – ist ein statistisches Verfahren, das den Zusammenhang zwischen einer unabhängigen Variable (auch Prädiktor oder Einflussgröße genannt) und einer abhängigen Variable (auch Kriterium oder Zielgröße genannt) modelliert. Ziel ist es, diesen Zusammenhang durch eine Gerade zu beschreiben und auf dieser Basis Vorhersagen zu treffen.

Die mathematische Grundform des Modells lautet:

Regressionsgleichung

Die einzelnen Bestandteile der Formel bedeuten:

  • ŷ – der vorhergesagte (geschätzte) Wert der abhängigen Variable
  • b₀ – der y-Achsenabschnitt (Intercept): der vorhergesagte Wert von ŷ, wenn x gleich null ist
  • b₁ – der Regressionskoeffizient (Slope): gibt an, um wie viel sich ŷ verändert, wenn x um eine Einheit steigt
  • x – der beobachtete Wert der unabhängigen Variable

Die Koeffizienten b₀ und b₁ werden mithilfe der Methode der kleinsten Quadrate (Ordinary Least Squares, OLS) geschätzt. Das Verfahren minimiert dabei die Summe der quadrierten Abweichungen zwischen den tatsächlich beobachteten Werten und den durch das Modell vorhergesagten Werten.

Einfach erklärt Stell dir vor, du trägst alle Datenpunkte in ein Koordinatensystem ein. Die einfache Regression legt dann eine Gerade so durch diese Punktewolke, dass die Abstände zwischen den Punkten und der Geraden insgesamt so klein wie möglich sind. Diese Gerade zeigt dir: Wenn sich x um eine Einheit verändert, verändert sich y im Schnitt um den Betrag b₁.

Warum ist einfache Regression für statistische Analysen wichtig?

Die einfache Regression ist aus zwei Gründen besonders wertvoll: Sie ermöglicht sowohl die Erklärung als auch die Vorhersage von Zusammenhängen. Du kannst damit untersuchen, ob und wie stark eine Variable eine andere beeinflusst – und auf Basis des Modells konkrete Werte schätzen, die du noch nicht gemessen hast.

Darüber hinaus liefert die Regression wichtige Kennzahlen zur Modellgüte. Das bekannteste Maß ist das Bestimmtheitsmaß R² (R-Quadrat). Es gibt an, welcher Anteil der Gesamtvarianz der abhängigen Variable durch das Modell erklärt wird – ein Wert von 0,70 bedeutet beispielsweise, dass 70 % der Streuung in y durch x erklärt werden.

Außerdem lässt sich mit einem F-Test prüfen, ob das Regressionsmodell insgesamt statistisch signifikant ist, und mit einem t-Test, ob der einzelne Regressionskoeffizient b₁ signifikant von null abweicht.

Häufiger Fehler Viele verwechseln Korrelation und Regression. Die Korrelation misst nur die Stärke und Richtung eines linearen Zusammenhangs, trifft aber keine Aussage über Ursache und Wirkung. Die Regression geht einen Schritt weiter und modelliert, wie x die Veränderung in y vorhersagt – aber auch sie belegt allein noch keine Kausalität.
Gut zu wissen Die einfache Regression setzt bestimmte Voraussetzungen voraus: Linearität des Zusammenhangs, Normalverteilung der Residuen, Homoskedastizität (gleiche Streuung der Residuen über alle x-Werte) und die Unabhängigkeit der Beobachtungen. Sind diese Voraussetzungen verletzt, können die Ergebnisse verzerrt sein.

Praxisbeispiel zu einfacher Regression

Eine Studentin untersucht, ob die wöchentliche Lernzeit (in Stunden) die Klausurnote (in Punkten von 0 bis 100) vorhersagt. Sie erhebt Daten von 80 Kommilitoninnen und Kommilitonen und berechnet eine einfache Regression.

Tabelle 1. Beispielhafte Regressionsergebnisse
Kennzahl Wert Interpretation
b₀ (Intercept) 42,0 Bei null Stunden Lernzeit wird eine Punktzahl von 42 vorhergesagt
b₁ (Slope) 3,5 Jede zusätzliche Lernstunde erhöht die Punktzahl im Schnitt um 3,5 Punkte
0,61 61 % der Varianz in der Note werden durch die Lernzeit erklärt
p-Wert (F-Test) < 0,001 Das Modell ist statistisch signifikant

Die Regressionsgleichung lautet in diesem Beispiel: Punktzahl = 42,0 + 3,5 · Lernzeit. Für eine Studierende, die pro Woche 10 Stunden lernt, ergibt sich damit ein vorhergesagter Wert von 42,0 + 3,5 · 10 = 77 Punkten. Das R² von 0,61 zeigt, dass das Modell einen substanziellen Teil der Unterschiede in den Prüfungsergebnissen erklären kann – allerdings bleiben 39 % der Varianz durch andere Faktoren (z. B. Vorwissen, Schlaf, Prüfungsangst) unerklärt.

Regression Lineare Regression OLS Regressionskoeffizient R-Quadrat Vorhersage Inferenzstatistik Zusammenhangsanalyse

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