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Statistik-Glossar

Einstichproben-t-Test

One-Sample t-Test · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 5 Min. Lesezeit

Was versteht man unter dem Einstichproben-t-Test?

Der Einstichproben-t-Test ist ein parametrisches Testverfahren, mit dem geprüft wird, ob der Mittelwert einer Stichprobe signifikant von einem vorher festgelegten, hypothetischen Wert abweicht. Dieser Vergleichswert – auch Referenzwert oder Testwert genannt – stammt in der Regel aus theoretischen Überlegungen, Normwerten oder früheren Studien.

Die Teststatistik berechnet sich nach folgender Formel:

Formel: t-Statistik

Dabei ist der Stichprobenmittelwert, der hypothetische Referenzwert, die Standardabweichung der Stichprobe und der Stichprobenumfang. Der berechnete t-Wert wird anschließend mit einem kritischen t-Wert verglichen, der aus der t-Verteilung mit Freiheitsgraden abgelesen wird.

Damit der Test valide Ergebnisse liefert, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die abhängige Variable ist metrisch skaliert.
  • Die Daten sind in der Grundgesamtheit normalverteilt – oder die Stichprobe ist groß genug (als Faustregel gilt ), sodass der zentrale Grenzwertsatz greift.
Einfach erklärt: Stell dir vor, du misst die Körpergröße von 30 Studierenden und fragst dich, ob diese Gruppe im Schnitt genauso groß ist wie der bekannte Bevölkerungsdurchschnitt von 175 cm. Genau das beantwortet der Einstichproben-t-Test: Er vergleicht den Mittelwert deiner Stichprobe mit einem festen Vergleichswert – und sagt dir, ob ein Unterschied zufällig oder statistisch bedeutsam ist.

Warum ist der Einstichproben-t-Test für statistische Analysen wichtig?

Der Einstichproben-t-Test ist immer dann das richtige Werkzeug, wenn nur eine einzige Gruppe vorliegt und kein zweites Messobjekt zum direkten Vergleich existiert. Er beantwortet die Frage: Weicht meine Stichprobe von einem bekannten Standard ab? Das ist in vielen Forschungskontexten relevant – etwa wenn Messinstrumente auf einen Normwert kalibriert werden sollen oder wenn geprüft wird, ob eine bestimmte Zielgruppe von einem Bevölkerungsdurchschnitt abweicht.

Ein wichtiger Vorteil des Verfahrens ist seine Robustheit: Auch bei kleineren Stichproben liefert der t-Test zuverlässige Ergebnisse, solange die Normalverteilungsannahme vertretbar ist.

Häufiger Fehler: Viele verwechseln den Einstichproben-t-Test mit dem Zweistichproben-t-Test oder dem abhängigen t-Test. Der entscheidende Unterschied: Beim Einstichproben-t-Test wird der Mittelwert einer Gruppe gegen einen festen Zahlenwert getestet – nicht gegen den Mittelwert einer zweiten Gruppe.
Gut zu wissen: Ist die Normalverteilungsannahme klar verletzt und die Stichprobe klein, empfiehlt sich als nicht-parametrische Alternative der Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test. Dieser testet, ob der Median der Stichprobe vom Referenzwert abweicht.

Praxisbeispiel zum Einstichproben-t-Test

Eine Ernährungswissenschaftlerin möchte prüfen, ob Studierende an ihrer Universität im Durchschnitt weniger als die empfohlenen 2.000 kcal pro Tag zu sich nehmen. Sie erhebt bei Studierenden die tägliche Kalorienzufuhr und erhält folgende Kennwerte:

Tabelle 1. Kennwerte der Stichprobe zur Kalorienaufnahme
Kennwert Wert
Stichprobenmittelwert 1.840 kcal
Standardabweichung 310 kcal
Stichprobenumfang 25
Referenzwert 2.000 kcal

Der t-Wert berechnet sich wie folgt:

Berechnung des t-Werts

Bei Freiheitsgraden und einem Signifikanzniveau von liegt der kritische t-Wert (zweiseitig) bei etwa 2,064. Der berechnete t-Wert von übersteigt diesen Grenzwert, weshalb die Nullhypothese – die mittlere Kalorienaufnahme entspricht 2.000 kcal – abgelehnt wird. Die Studierende schlussfolgert: Die tägliche Kalorienaufnahme der Studierenden weicht statistisch signifikant vom Referenzwert ab.

Hypothesentest t-Test Mittelwertvergleich Parametrische Verfahren Normalverteilung Signifikanz Inferenzstatistik

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