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Statistik-Glossar

Friedman-Test

Friedman’s Test / Friedman-Rangvarianzanalyse · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 5 Min. Lesezeit

Was versteht man unter dem Friedman-Test?

Der Friedman-Test ist ein nicht-parametrisches Verfahren zur Analyse von Unterschieden zwischen drei oder mehr verbundenen Gruppen (Messzeitpunkten oder Bedingungen). Er wurde 1937 vom Ökonomen und Statistiker Milton Friedman entwickelt und gilt als nicht-parametrische Alternative zur einfaktoriellen Varianzanalyse mit Messwiederholung (rmANOVA).

Statt die Rohdaten direkt zu analysieren, werden die Messwerte innerhalb jeder Versuchsperson (oder jedes Blocks) in Ränge umgewandelt. Anschließend wird geprüft, ob die mittleren Ränge der verschiedenen Bedingungen systematisch voneinander abweichen. Die Prüfgröße lautet:

Prüfgröße des Friedman-Tests

Dabei steht n für die Anzahl der Versuchspersonen (Blöcke), k für die Anzahl der Bedingungen und für den mittleren Rang der j-ten Bedingung. Unter der Nullhypothese, dass alle Bedingungen gleich sind, folgt approximativ einer Chi-Quadrat-Verteilung mit Freiheitsgraden.

Einfach erklärt: Stell dir vor, du lässt zehn Personen drei verschiedene Diätpläne ausprobieren und misst jeweils den Gewichtsverlust. Der Friedman-Test beantwortet die Frage, ob sich die Diätpläne im Durchschnitt unterscheiden – ohne vorauszusetzen, dass die Daten einer bestimmten Verteilung folgen. Dafür ordnet er die Ergebnisse jeder Person in eine Rangfolge und schaut, ob ein Plan immer besser oder schlechter abschneidet als die anderen.

Warum ist der Friedman-Test für statistische Analysen wichtig?

Der Friedman-Test kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Voraussetzungen für die einfaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung nicht erfüllt sind. Das ist häufig der Fall, wenn:

Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens ist seine Robustheit gegenüber Ausreißern, da durch die Rangbildung extreme Einzelwerte keinen unverhältnismäßig großen Einfluss haben. Zudem ist er auf vollständige Blöcke ausgelegt: Jede Versuchsperson wird unter allen Bedingungen gemessen, wodurch interindividuelle Unterschiede herausgerechnet werden.

Häufiger Fehler: Der Friedman-Test zeigt nur, ob es irgendwo einen Unterschied gibt – nicht, welche Bedingungen sich konkret voneinander unterscheiden. Für diese Frage sind anschließende Post-hoc-Tests notwendig, etwa der Dunn-Test mit Bonferroni-Korrektur oder der Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test mit adjustiertem Signifikanzniveau.
Gut zu wissen: Für den Vergleich unabhängiger (nicht verbundener) Gruppen ist stattdessen der Kruskal-Wallis-Test das passende nicht-parametrische Verfahren.

Praxisbeispiel zu dem Friedman-Test

Eine Ernährungswissenschaftlerin untersucht, ob sich drei Frühstücksvarianten (A: Haferflocken, B: Toast, C: Smoothie) auf die empfundene Sättigung auswirken. Dazu bewerten fünf Probandinnen jede Variante auf einer Skala von 1 bis 10. Da die Skala als ordinal betrachtet wird und die Stichprobe sehr klein ist, entscheidet sie sich für den Friedman-Test.

Tabelle 1. Sättigungswerte und Ränge pro Probandin (in Klammern)
Probandin A: Haferflocken B: Toast C: Smoothie
1 8 (3) 6 (2) 4 (1)
2 7 (3) 5 (2) 3 (1)
3 9 (3) 7 (2) 6 (1)
4 6 (2) 6 (2) 5 (1) *
5 8 (3) 5 (1) 6 (2)
Mittlerer Rang 2,8 1,8 1,2

* Bei Bindungen (gleiche Werte) werden gemittelte Ränge vergeben.

Die mittleren Ränge unterscheiden sich deutlich: Haferflocken werden konsistent am höchsten bewertet, der Smoothie am niedrigsten. Nach Berechnung der Prüfgröße und Vergleich mit dem kritischen Chi-Quadrat-Wert (df = 2) ergibt sich ein signifikantes Ergebnis. Die Ernährungswissenschaftlerin schließt daraus, dass die drei Frühstücksvarianten zu unterschiedlicher empfundener Sättigung führen, und führt im nächsten Schritt paarweise Vergleiche durch, um herauszufinden, welche Varianten sich konkret unterscheiden.

Nicht-parametrische Tests Messwiederholung Rangbasierte Verfahren Verbundene Stichproben Chi-Quadrat-Verteilung Post-hoc-Tests Hypothesentest

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