Grundgesamtheit
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Was versteht man unter Grundgesamtheit?
Die Grundgesamtheit (englisch: population) bezeichnet die vollständige Menge aller Untersuchungseinheiten, auf die sich eine statistische Fragestellung bezieht. Sie umfasst alle Elemente, Personen, Objekte oder Ereignisse, über die eine Aussage getroffen werden soll.
Formal lässt sich die Grundgesamtheit als Menge N aller Merkmalsträger definieren, die bestimmte, vorab festgelegte Kriterien erfüllen. Diese Kriterien beziehen sich typischerweise auf drei Dimensionen:
- Sachlich: Welche Einheiten werden einbezogen? (z. B. alle erwerbstätigen Personen)
- Räumlich: Für welches Gebiet gilt die Untersuchung? (z. B. Deutschland)
- Zeitlich: Auf welchen Zeitpunkt oder Zeitraum bezieht sich die Erhebung? (z. B. zum Stichtag 1. Januar 2024)
Warum ist Grundgesamtheit für statistische Analysen wichtig?
Die genaue Definition der Grundgesamtheit ist einer der grundlegendsten Schritte jeder empirischen Untersuchung. Sie bestimmt, auf wen oder was die Ergebnisse einer Studie überhaupt übertragbar sind – die sogenannte externe Validität.
In den meisten Fällen ist es nicht möglich oder wirtschaftlich, alle Elemente der Grundgesamtheit zu erheben. Stattdessen wird eine Stichprobe gezogen, deren Ergebnisse auf die Grundgesamtheit verallgemeinert werden sollen. Damit diese Verallgemeinerung zulässig ist, muss die Stichprobe die Grundgesamtheit möglichst repräsentativ abbilden.
Praxisbeispiel zu Grundgesamtheit
Eine Forschungsgruppe möchte untersuchen, wie zufrieden Bachelorstudierende der Psychologie an deutschen Universitäten mit ihrer Studienberatung sind. Bevor die erste Frage gestellt wird, muss die Grundgesamtheit präzise festgelegt werden:
| Dimension | Festlegung im Beispiel |
|---|---|
| Sachlich | Bachelorstudierende im Fach Psychologie |
| Räumlich | Staatliche Universitäten in Deutschland |
| Zeitlich | Wintersemester 2024/25 |
Masterstudierende, Studierende an Fachhochschulen oder Studierende anderer Fächer gehören damit nicht zur Grundgesamtheit – auch wenn sie zufällig an einer Befragung teilnehmen würden. Da eine Vollerhebung aller Bachelorstudierenden der Psychologie in Deutschland kaum umsetzbar ist, zieht die Forschungsgruppe eine Zufallsstichprobe aus dieser klar definierten Grundgesamtheit und kann die Ergebnisse dann mit statistischen Methoden auf die gesamte Gruppe verallgemeinern.