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Statistik-Glossar

Grundgesamtheit

Population / Universum · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was versteht man unter Grundgesamtheit?

Die Grundgesamtheit (englisch: population) bezeichnet die vollständige Menge aller Untersuchungseinheiten, auf die sich eine statistische Fragestellung bezieht. Sie umfasst alle Elemente, Personen, Objekte oder Ereignisse, über die eine Aussage getroffen werden soll.

Formal lässt sich die Grundgesamtheit als Menge N aller Merkmalsträger definieren, die bestimmte, vorab festgelegte Kriterien erfüllen. Diese Kriterien beziehen sich typischerweise auf drei Dimensionen:

  • Sachlich: Welche Einheiten werden einbezogen? (z. B. alle erwerbstätigen Personen)
  • Räumlich: Für welches Gebiet gilt die Untersuchung? (z. B. Deutschland)
  • Zeitlich: Auf welchen Zeitpunkt oder Zeitraum bezieht sich die Erhebung? (z. B. zum Stichtag 1. Januar 2024)
Einfach erklärt Stell dir vor, du möchtest wissen, wie viele Stunden Studierende in Deutschland pro Woche lernen. Die Grundgesamtheit wäre dann: alle Studierenden in Deutschland – also genau die Gruppe, über die du etwas herausfinden möchtest. In der Praxis befragst du aber nicht alle, sondern nur einen Teil davon – das nennt sich Stichprobe.

Warum ist Grundgesamtheit für statistische Analysen wichtig?

Die genaue Definition der Grundgesamtheit ist einer der grundlegendsten Schritte jeder empirischen Untersuchung. Sie bestimmt, auf wen oder was die Ergebnisse einer Studie überhaupt übertragbar sind – die sogenannte externe Validität.

In den meisten Fällen ist es nicht möglich oder wirtschaftlich, alle Elemente der Grundgesamtheit zu erheben. Stattdessen wird eine Stichprobe gezogen, deren Ergebnisse auf die Grundgesamtheit verallgemeinert werden sollen. Damit diese Verallgemeinerung zulässig ist, muss die Stichprobe die Grundgesamtheit möglichst repräsentativ abbilden.

Häufiger Fehler Eine unklare oder zu weit gefasste Definition der Grundgesamtheit führt dazu, dass die Stichprobe nicht zu der eigentlich interessierenden Gruppe passt. Wer z. B. Aussagen über „alle Arbeitnehmer“ treffen möchte, aber nur Vollzeitbeschäftigte befragt, hat die Grundgesamtheit zu eng definiert – oder zieht unzulässige Schlüsse auf eine zu breite Gruppe.
Gut zu wissen Man unterscheidet zwischen endlichen Grundgesamtheiten (z. B. alle 500 Mitarbeitenden eines Unternehmens) und hypothetisch unendlichen Grundgesamtheiten (z. B. alle zukünftig möglichen Messungen eines Experiments). Diese Unterscheidung spielt bei der Wahl der richtigen statistischen Verfahren eine Rolle.

Praxisbeispiel zu Grundgesamtheit

Eine Forschungsgruppe möchte untersuchen, wie zufrieden Bachelorstudierende der Psychologie an deutschen Universitäten mit ihrer Studienberatung sind. Bevor die erste Frage gestellt wird, muss die Grundgesamtheit präzise festgelegt werden:

Tabelle 1. Definition der Grundgesamtheit im Beispiel
Dimension Festlegung im Beispiel
Sachlich Bachelorstudierende im Fach Psychologie
Räumlich Staatliche Universitäten in Deutschland
Zeitlich Wintersemester 2024/25

Masterstudierende, Studierende an Fachhochschulen oder Studierende anderer Fächer gehören damit nicht zur Grundgesamtheit – auch wenn sie zufällig an einer Befragung teilnehmen würden. Da eine Vollerhebung aller Bachelorstudierenden der Psychologie in Deutschland kaum umsetzbar ist, zieht die Forschungsgruppe eine Zufallsstichprobe aus dieser klar definierten Grundgesamtheit und kann die Ergebnisse dann mit statistischen Methoden auf die gesamte Gruppe verallgemeinern.

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