Intervallskala
In diesem Beitrag
Was versteht man unter Intervallskala?
Die Intervallskala ist ein Messniveau in der Statistik, das drei wesentliche Eigenschaften vereint: Die Messwerte lassen sich in eine natürliche Reihenfolge bringen, die Abstände zwischen den Werten sind gleichmäßig und inhaltlich bedeutsam, und es existiert ein willkürlicher Nullpunkt – also kein absolutes Nichts.
Das bedeutet konkret: Man kann sagen, dass der Unterschied zwischen 10 °C und 20 °C genauso groß ist wie der zwischen 20 °C und 30 °C. Was man nicht sagen kann: dass 20 °C doppelt so warm ist wie 10 °C. Denn der Nullpunkt (0 °C) ist eine Konvention, kein absoluter Ausgangspunkt.
Die Intervallskala steht damit zwischen der Ordinalskala (nur Rangfolge, keine gleichmäßigen Abstände) und der Verhältnisskala (gleichmäßige Abstände und absoluter Nullpunkt).
Typische Merkmale im Überblick
- Reihenfolge: Werte können geordnet werden (größer, kleiner, gleich).
- Gleiche Abstände: Die Differenz zwischen zwei Werten ist immer gleich skaliert.
- Kein absoluter Nullpunkt: Der Wert 0 bedeutet nicht „kein Merkmal vorhanden“.
- Erlaubte Rechenoperationen: Addition und Subtraktion, aber keine Multiplikation oder Division von Messwerten.
Warum ist die Intervallskala für statistische Analysen wichtig?
Das Messniveau bestimmt, welche statistischen Verfahren zulässig sind. Bei intervallskalierten Daten darf man deutlich mehr rechnen als bei nominal- oder ordinalskalierten Daten. So sind beispielsweise Mittelwert, Standardabweichung und Varianz sinnvoll berechenbar – vorausgesetzt, die Abstände zwischen den Werten sind wirklich gleichmäßig.
Für intervallskalierte Variablen kommen unter anderem folgende Verfahren infrage:
- Pearson-Korrelation
- t-Tests und Varianzanalyse (ANOVA)
- Lineare Regression
- Faktorenanalyse
Praxisbeispiel zu Intervallskala
Angenommen, du führst eine Studie durch und misst die Tagestemperatur in vier Städten an einem bestimmten Tag:
| Stadt | Temperatur (°C) |
|---|---|
| Berlin | 8 |
| München | 12 |
| Hamburg | 4 |
| Frankfurt | 16 |
Du kannst nun sinnvoll sagen:
- Der Unterschied zwischen Hamburg (4 °C) und Berlin (8 °C) beträgt 4 Grad – genauso viel wie der Unterschied zwischen Berlin (8 °C) und München (12 °C). Die Abstände sind direkt vergleichbar.
- Der Mittelwert der vier Städte beträgt (8 + 12 + 4 + 16) / 4 = 10 °C. Das ist eine sinnvolle und interpretierbare Kennzahl.
Was du nicht sagen kannst: Frankfurt mit 16 °C ist „viermal so warm“ wie Hamburg mit 4 °C. Diese Art von Verhältnisaussage ist bei Intervallskalen nicht zulässig, da es keinen absoluten Nullpunkt gibt.