Kontingenzkoeffizient
In diesem Beitrag
Was versteht man unter dem Kontingenzkoeffizienten?
Der Kontingenzkoeffizient (auch: Pearsons C) ist ein Zusammenhangsmaß für zwei kategoriale Variablen. Er gibt an, wie stark zwei nominalskalierte Merkmale miteinander assoziiert sind – also ob und wie eng sie zusammenhängen. Berechnet wird er auf Basis des Chi-Quadrat-Werts (), der aus einer Kreuztabelle gewonnen wird.
Formel: Kontingenzkoeffizient C
Dabei steht für den Chi-Quadrat-Wert des Unabhängigkeitstests und n für den Gesamtstichprobenumfang. Der Kontingenzkoeffizient nimmt Werte zwischen 0 und einem Maximalwert an, der kleiner als 1 ist und von der Tabellenstruktur abhängt. Ein Wert von 0 zeigt keinen Zusammenhang, höhere Werte zeigen stärkere Zusammenhänge an.
Der theoretische Maximalwert von C ist nicht immer 1, sondern hängt von der Anzahl der Zeilen und Spalten der Kreuztabelle ab. Bei einer 2×2-Tabelle liegt der Maximalwert beispielsweise bei etwa 0,71. Um Vergleichbarkeit herzustellen, wird C manchmal durch seinen jeweiligen Maximalwert dividiert – man spricht dann vom korrigierten Kontingenzkoeffizienten.
Warum ist der Kontingenzkoeffizient für statistische Analysen wichtig?
In vielen empirischen Studien werden Merkmale erhoben, die sich nicht sinnvoll in eine Rangfolge bringen lassen – zum Beispiel Berufsgruppe, Nationalität, Studiengang oder Diagnose. Für solche nominalen Daten sind klassische Korrelationsmaße wie der Pearson-Korrelationskoeffizient ungeeignet. Hier kommt der Kontingenzkoeffizient ins Spiel: Er erlaubt eine quantitative Einschätzung des Zusammenhangs auf Basis einer Kreuztabelle.
Typischerweise wird der Kontingenzkoeffizient zusammen mit dem Chi-Quadrat-Unabhängigkeitstest verwendet. Der Chi-Quadrat-Test prüft zunächst, ob überhaupt ein signifikanter Zusammenhang zwischen zwei Variablen besteht. Der Kontingenzkoeffizient beantwortet dann die Anschlussfrage: Wie stark ist dieser Zusammenhang?
Praxisbeispiel zu dem Kontingenzkoeffizienten
Eine Forscherin untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Studiengang (Wirtschaft, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften) und dem bevorzugten Lernformat (Präsenz, Online, Hybrid) gibt. Sie befragt 200 Studierende und wertet die Daten als Kreuztabelle aus.
Der Chi-Quadrat-Test ergibt einen Wert von bei einem Stichprobenumfang von n = 200. Daraus berechnet sie den Kontingenzkoeffizienten:
Berechnung im Beispiel
Ein Wert von C ≈ 0,38 deutet auf einen moderaten Zusammenhang hin: Der Studiengang und das bevorzugte Lernformat sind nicht unabhängig voneinander, der Zusammenhang ist aber auch nicht sehr stark. Die Forscherin kann in ihrer Arbeit festhalten, dass es zwar einen statistisch bedeutsamen Zusammenhang gibt, dieser jedoch nur mäßig ausgeprägt ist.
| Wert von C | Interpretation |
|---|---|
| 0,00 | Kein Zusammenhang |
| 0,10 – 0,29 | Schwacher Zusammenhang |
| 0,30 – 0,49 | Moderater Zusammenhang |
| 0,50 – max. C | Starker Zusammenhang |