Kontingenztabelle
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Was versteht man unter Kontingenztabelle?
Eine Kontingenztabelle – häufig auch als Kreuztabelle bezeichnet – ist eine tabellarische Darstellung, die die gemeinsame Häufigkeitsverteilung von zwei oder mehr kategorialen Variablen zeigt. Jede Zeile entspricht den Ausprägungen einer Variable, jede Spalte den Ausprägungen einer anderen. In den Zellen stehen die absoluten oder relativen Häufigkeiten, mit denen bestimmte Merkmalskombinationen gemeinsam auftreten – die sogenannten Zellhäufigkeiten.
Die einfachste Form ist eine 2×2-Kontingenztabelle, bei der beide Variablen jeweils zwei Ausprägungen haben. Allgemein spricht man von einer r × c-Tabelle mit r Zeilen und c Spalten. In den Randsummen (auch: Marginalfrequenzen) werden die Gesamthäufigkeiten pro Zeile bzw. Spalte zusammengefasst.
Warum ist die Kontingenztabelle für statistische Analysen wichtig?
Kontingenztabellen sind ein grundlegendes Werkzeug, um Zusammenhänge zwischen kategorialen Variablen zu erkennen und zu beschreiben. Sie bilden die Datenbasis für eine Reihe wichtiger statistischer Tests und Maßzahlen:
- Chi-Quadrat-Unabhängigkeitstest: Prüft, ob zwei Variablen statistisch unabhängig voneinander sind oder ein systematischer Zusammenhang besteht.
- Cramers V: Ein Zusammenhangsmaß, das auf der Kontingenztabelle basiert und die Stärke des Zusammenhangs zwischen 0 und 1 ausdrückt.
- Odds Ratio und relatives Risiko: Besonders in der medizinischen und epidemiologischen Forschung werden aus 2×2-Tabellen Risikomaße berechnet.
Kontingenztabellen sind immer dann angebracht, wenn mindestens eine Variable nominal- oder ordinalskaliert ist und man prüfen möchte, ob zwei Merkmale voneinander abhängen. Sie lassen sich außerdem gut kommunizieren, da sie auch für ein nicht-statistisches Publikum intuitiv verständlich sind.
Praxisbeispiel zu Kontingenztabelle
In einer Studie wird untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen Sporttreiben und dem Schlafverhalten von Studierenden gibt. Dazu werden 120 Personen befragt. Die Ergebnisse werden in einer Kontingenztabelle zusammengefasst:
| Guter Schlaf | Schlechter Schlaf | Zeilensumme | |
|---|---|---|---|
| Sport (regelmäßig) | 45 | 15 | 60 |
| Kein Sport | 25 | 35 | 60 |
| Spaltensumme | 70 | 50 | 120 |
Die Tabelle zeigt auf den ersten Blick: Von den 60 Personen, die regelmäßig Sport treiben, schlafen 45 gut – das entspricht 75 %. Bei den Personen ohne Sport schlafen dagegen nur 25 von 60 gut, also rund 42 %. Das deutet auf einen möglichen Zusammenhang hin. Ob dieser statistisch bedeutsam ist, lässt sich anschließend mit dem Chi-Quadrat-Test prüfen.