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Statistik-Glossar

Levene-Test

Levene’s Test for Equality of Variances · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was versteht man unter dem Levene-Test?

Der Levene-Test ist ein statistischer Test zur Prüfung der Varianzhomogenität (auch Homoskedastizität genannt). Er untersucht, ob zwei oder mehr Gruppen dieselbe Streuung in ihrer abhängigen Variable aufweisen. Die Nullhypothese lautet dabei: Die Varianzen aller Gruppen sind gleich.

Formal wird für jede Beobachtung der absolute Abstand zum Gruppenmedian (oder Gruppenmittelwert) berechnet. Anschließend wird eine einfaktorielle Varianzanalyse (ANOVA) auf diese Abstandswerte angewendet. Die Teststatistik lautet:

Teststatistik des Levene-Tests

Dabei ist die Gesamtstichprobengröße, die Anzahl der Gruppen und der absolute Abstand jeder Beobachtung vom Gruppenmedian. Ist der p-Wert des Tests kleiner als das gewählte Signifikanzniveau (üblicherweise α = 0,05), wird die Nullhypothese gleicher Varianzen abgelehnt.

Einfach erklärt Stell dir vor, du vergleichst die Prüfungsnoten von drei Lerngruppen. Der Levene-Test prüft nicht, ob die Gruppen im Durchschnitt unterschiedlich gut abschneiden – sondern ob die Noten in einer Gruppe viel stärker streuen als in einer anderen. Er fragt also: Sind die Gruppen gleich „uneinheitlich“?

Warum ist der Levene-Test für statistische Analysen wichtig?

Viele statistische Verfahren setzen voraus, dass die Varianzen in den zu vergleichenden Gruppen gleich sind. Dazu gehören insbesondere:

Der Levene-Test wird daher typischerweise als Voraussetzungsprüfung vor diesen Verfahren eingesetzt. Ist die Varianzhomogenität verletzt, sollten robustere Alternativen verwendet werden – etwa der Welch-t-Test anstelle des klassischen t-Tests oder die Welch-ANOVA als Ersatz für die klassische ANOVA.

Ein wesentlicher Vorteil des Levene-Tests gegenüber dem älteren Bartlett-Test ist seine Robustheit gegenüber Nicht-Normalverteilung. Der Bartlett-Test reagiert sehr empfindlich auf Abweichungen von der Normalverteilung und kann dabei falsche Ergebnisse liefern. Der Levene-Test gilt deshalb in der Praxis als zuverlässiger und wird von den meisten Statistiksoftwarepaketen (SPSS, R, Python) standardmäßig ausgegeben.

Häufiger Fehler Ein nicht signifikantes Ergebnis im Levene-Test bedeutet nicht, dass die Varianzen exakt gleich sind – es bedeutet nur, dass kein statistisch bedeutsamer Unterschied nachgewiesen werden konnte. Außerdem reagiert der Test bei sehr großen Stichproben empfindlich: Selbst kleine, praktisch unbedeutende Varianzdifferenzen können dann signifikant werden. Das Ergebnis sollte daher immer im Kontext beurteilt werden.
Gut zu wissen In SPSS wird der Levene-Test automatisch zusammen mit dem t-Test für unabhängige Stichproben ausgegeben. Ist er signifikant (p < 0,05), sollte man die Zeile „Varianzen nicht gleich“ (Welch-Korrektur) ablesen – nicht die Standardzeile.

Praxisbeispiel zum Levene-Test

Eine Forscherin möchte untersuchen, ob zwei verschiedene Lehrmethoden (Methode A und Methode B) zu unterschiedlichen Testergebnissen führen. Bevor sie einen t-Test durchführt, prüft sie mit dem Levene-Test, ob die Streuung der Testergebnisse in beiden Gruppen vergleichbar ist.

Tabelle 1. Ergebnisse des Levene-Tests im Gruppenvergleich
Gruppe n Mittelwert Standardabweichung
Methode A 30 72,4 8,1
Methode B 30 75,9 14,6

Die Standardabweichung in Gruppe B ist deutlich größer als in Gruppe A. Der Levene-Test ergibt F(1, 58) = 7,32, p = 0,009. Da p < 0,05, wird die Nullhypothese gleicher Varianzen abgelehnt. Die Varianzen unterscheiden sich signifikant zwischen den Gruppen.

Die Forscherin entscheidet sich daraufhin, anstelle des klassischen t-Tests den Welch-t-Test zu verwenden, der keine Varianzhomogenität voraussetzt. So stellt sie sicher, dass ihr Gruppenvergleich methodisch korrekt ist.

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Maximilian Fuchs, M. Sc.

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