Seit 2019 im DACH-RaumSeit 2019
50+ Statistik-Experten50+ Experten
Über 1.200 Projekte1.200+ Projekte
Alle StatistikprogrammeAlle Programme
Express möglichExpress

Statistik-Glossar

Lognormalverteilung

Log-normal distribution · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 5 Min. Lesezeit

Was versteht man unter der Lognormalverteilung?

Eine Zufallsvariable X heißt lognormalverteilt, wenn ihr natürlicher Logarithmus Y = ln(X) normalverteilt ist. Mit anderen Worten: Wenn man alle Beobachtungen logarithmiert, entsteht eine klassische Normalverteilung. Die Verteilung ist definiert für ausschließlich positive Werte (X > 0) und wird durch zwei Parameter beschrieben:

Die Dichtefunktion der Lognormalverteilung lautet:

Dichtefunktion der Lognormalverteilung

Der Erwartungswert und die Varianz der originalen (nicht-logarithmierten) Variable X ergeben sich als:

Erwartungswert und Varianz

Einfach erklärt Stell dir vor, du misst die Einkommenswerte einer Bevölkerung. Diese sind immer positiv und typischerweise rechtsschief – es gibt viele Menschen mit niedrigem bis mittlerem Einkommen, aber wenige mit sehr hohem Einkommen. Wenn du von allen Einkommen den Logarithmus nimmst und diese transformierten Werte dann normalverteilt sind, spricht man von einer Lognormalverteilung. Die Lognormalverteilung ist also im Grunde eine „verschobene“ Normalverteilung für Daten, die immer positiv sind und eine natürliche Schiefe aufweisen.

Warum ist die Lognormalverteilung für statistische Analysen wichtig?

Viele reale Messgrößen sind nicht normalverteilt, sondern rechtsschief und strikt positiv. Die Lognormalverteilung bietet hier ein realistisches Modell, ohne auf komplexere Verteilungen zurückgreifen zu müssen. Typische Anwendungsfelder sind:

  • Einkommen und Vermögensverteilungen in der Wirtschaft
  • Überlebenszeiten und Reaktionszeiten in der Biomedizin
  • Aktienkurse und Renditen in der Finanzwissenschaft
  • Schadstoffkonzentrationen in der Umweltwissenschaft
  • Projektlaufzeiten und Bearbeitungszeiten in der Betriebswirtschaft

Ein entscheidender praktischer Vorteil: Wer mit lognormalverteilten Daten arbeitet, kann sie einfach logarithmieren und anschließend alle vertrauten Methoden der Normalverteilung anwenden – von t-Tests bis zu linearen Regressionen.

Häufiger Fehler Viele verwechseln die Parameter μ und σ der Lognormalverteilung mit dem Mittelwert und der Standardabweichung der originalen Daten. Das ist falsch: μ und σ beschreiben die logarithmierten Werte, nicht die Originalwerte. Der tatsächliche Mittelwert von X ist immer größer als eμ (dem Median der Verteilung), weil der Erwartungswert durch den Faktor eσ²/2 nach oben verschoben wird.
Gut zu wissen Der Median einer lognormalverteilten Variable ist gleich eμ. Er ist robuster als der Mittelwert und wird in der Praxis – etwa beim Vergleich von Einkommen – häufig als zentrales Lagemaß bevorzugt.

Praxisbeispiel zur Lognormalverteilung

Angenommen, du analysierst die monatlichen Nettoeinkommen einer Stichprobe von 500 Berufstätigen für deine Masterarbeit. Ein Histogramm zeigt deutlich: Die Verteilung ist rechtsschief – die meisten Einkommen liegen zwischen 1.500 € und 3.000 €, einige wenige reichen aber bis über 10.000 €.

Du logarithmierst alle Einkommenswerte (natürlicher Logarithmus) und erhältst folgende Kennzahlen für die transformierten Werte:

Tabelle 1. Kennzahlen der logarithmierten Einkommenswerte (n = 500)
Kenngröße Wert (logarithmiert) Rücktransformiert (Original-Skala)
Mittelwert μ 7,70 Median: e7,70 ≈ 2.208 €
Standardabweichung σ 0,45
Erwartungswert E(X) e7,70 + 0,45²/2 ≈ 2.313 €

Ein Shapiro-Wilk-Test auf den logarithmierten Werten ergibt keinen signifikanten Befund (p = .38), was die Annahme der Lognormalverteilung stützt. Du kannst nun auf Basis dieser Verteilung Konfidenzintervalle berechnen, Gruppen vergleichen oder Regressionsmodelle auf den logarithmierten Daten schätzen – und die Ergebnisse danach in die Originalskala zurücktransformieren.

Lognormalverteilung Verteilungen Normalverteilung Schiefe Logarithmustransformation Deskriptive Statistik Erwartungswert Positive Daten

Ihr persönlicher Ansprechpartner

Maximilian Fuchs, M. Sc.

Teilen Sie uns mit, wie wir Ihnen helfen können.

  • Persönlicher Ansprechpartner
  • Schnelle Rückmeldung
  • Transparente Preise
  • Schutz Ihrer Daten

Fragen? Einfach anrufen!