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Statistik-Glossar

R-Quadrat

Coefficient of Determination / Bestimmtheitsmaß · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was versteht man unter R-Quadrat?

R-Quadrat (R²), auch Bestimmtheitsmaß oder Determinationskoeffizient genannt, ist ein statistisches Maß, das angibt, wie gut ein Regressionsmodell die beobachteten Daten erklärt. Konkret beschreibt R² den Anteil der Gesamtvarianz der abhängigen Variable, der durch das Modell erklärt wird.

Formel: R-Quadrat

Dabei steht SSRes für die Residualquadratsumme (nicht erklärte Streuung) und SSTot für die Gesamtquadratsumme (gesamte Streuung der abhängigen Variable). R² nimmt Werte zwischen 0 und 1 an – bzw. zwischen 0 % und 100 %, wenn man es als Prozentzahl ausdrückt.

Einfach erklärt: Stell dir vor, du willst wissen, wie gut dein Modell die Realität abbildet. R² gibt dir genau das an – und zwar als Prozentzahl. Ein R² von 0,75 bedeutet: 75 % der Unterschiede in deiner abhängigen Variable werden durch dein Modell erklärt. Die restlichen 25 % bleiben unerklärt – zum Beispiel durch Faktoren, die du nicht gemessen hast.

Warum ist R-Quadrat für statistische Analysen wichtig?

R² ist eines der meistgenutzten Gütemaße in der Regressionsanalyse. Es ermöglicht auf einen Blick einzuschätzen, wie aussagekräftig ein Modell ist. Das ist besonders hilfreich, wenn du verschiedene Modelle miteinander vergleichen oder die Ergebnisse deiner Analyse einordnen willst.

Typische Richtwerte für R² variieren je nach Fachgebiet stark: In den Sozialwissenschaften gelten bereits Werte um 0,30 häufig als akzeptabel, während in den Naturwissenschaften oft deutlich höhere Werte erwartet werden. Es gibt also keine universell „guten“ oder „schlechten“ Werte – der Kontext entscheidet.

Häufiger Fehler: R² steigt automatisch, wenn du mehr Prädiktoren in ein Regressionsmodell aufnimmst – selbst dann, wenn diese Prädiktoren keinen echten Erklärungsbeitrag leisten. Deshalb solltest du bei multiplen Regressionen immer das korrigierte R² (adjusted R²) berichten. Es berücksichtigt die Anzahl der Prädiktoren und bestraft unnötige Modellkomplexität.
Gut zu wissen: Ein hohes R² bedeutet nicht zwingend, dass das Modell kausal sinnvoll ist oder gute Vorhersagen für neue Daten liefert. Es beschreibt nur die Anpassungsgüte an die vorhandenen Daten. Für Vorhersagemodelle sind zusätzliche Prüfungen – etwa Kreuzvalidierung – notwendig.

Praxisbeispiel zu R-Quadrat

Angenommen, du untersuchst in deiner Masterarbeit, ob die wöchentliche Lernzeit (in Stunden) den Prüfungserfolg von Studierenden vorhersagt. Du erhebst Daten von 80 Studierenden und berechnest eine einfache lineare Regression.

Tabelle 1. Beispielhafte Regressionsergebnisse (n = 80)
Kennzahl Wert Interpretation
0,58 58 % der Varianz in den Prüfungsnoten wird durch die Lernzeit erklärt
Korrigiertes R² 0,57 Leicht korrigierter Wert unter Berücksichtigung der Modellkomplexität
Nicht erklärte Varianz 42 % Weitere Faktoren (z. B. Vorwissen, Motivation) spielen ebenfalls eine Rolle

Das Ergebnis R² = 0,58 zeigt, dass die Lernzeit ein relevanter Prädiktor für den Prüfungserfolg ist – mehr als die Hälfte der Unterschiede zwischen den Studierenden lässt sich damit erklären. Gleichzeitig machen die verbleibenden 42 % deutlich, dass weitere Einflussgrößen existieren, die das Modell nicht erfasst.

In der Ergebnisdiskussion würdest du diesen Wert einordnen und darauf hinweisen, dass ein noch vollständigeres Modell – etwa mit zusätzlichen Prädiktoren wie Prüfungsangst oder Schlafqualität – möglicherweise einen höheren Erklärungswert hätte.

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Maximilian Fuchs, M. Sc.

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