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Statistik-Glossar

Randhäufigkeit

Marginal Frequency · Marginalhäufigkeit · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was versteht man unter Randhäufigkeit?

Die Randhäufigkeit (auch Marginalhäufigkeit) bezeichnet in einer Kontingenztabelle die Summe der Häufigkeiten einer einzelnen Variablen über alle Kategorien der jeweils anderen Variablen hinweg. Sie erscheint buchstäblich am Rand der Tabelle – in der letzten Zeile oder der letzten Spalte.

Formal gilt für eine Kontingenztabelle mit den absoluten Häufigkeiten :

Zeilenrandhäufigkeit (absolute Häufigkeit der Zeile i)

Spaltenrandhäufigkeit (absolute Häufigkeit der Spalte j)

Teilt man eine Randhäufigkeit durch den Gesamtstichprobenumfang , erhält man die relative Randhäufigkeit (auch Marginalwahrscheinlichkeit genannt).

Einfach erklärt: Stell dir vor, du hast eine Tabelle, in der du einträgst, wie viele Studierende welches Fach studieren und welches Geschlecht sie haben. Die Randhäufigkeit ist einfach die Zeilensumme (z. B. alle Frauen, egal welches Fach) oder die Spaltensumme (z. B. alle BWL-Studierenden, egal welches Geschlecht). Sie zeigt dir, wie oft eine Kategorie insgesamt vorkommt – ohne Rücksicht auf die andere Variable.

Warum ist Randhäufigkeit für statistische Analysen wichtig?

Randhäufigkeiten sind aus mehreren Gründen unverzichtbar, sobald du zwei kategoriale Variablen gleichzeitig analysierst:

  • Überblick über Verteilungen: Sie zeigen auf einen Blick, wie sich die einzelnen Kategorien einer Variablen verteilen – unabhängig von der anderen Variablen.
  • Berechnung relativer Häufigkeiten: Relative Randhäufigkeiten ermöglichen den Vergleich zwischen Gruppen unterschiedlicher Größe, weil sie Prozentwerte liefern.
  • Grundlage für Unabhängigkeitstests: Der Chi-Quadrat-Test berechnet die erwarteten Häufigkeiten direkt aus den Randhäufigkeiten. Ohne sie lässt sich nicht prüfen, ob zwei Merkmale statistisch unabhängig voneinander sind.
  • Plausibilitätsprüfung: Die Summe aller Zeilen- oder Spaltenrandhäufigkeiten muss dem Gesamtstichprobenumfang entsprechen. Das ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Check für Rechenfehler.
Häufiger Fehler: Randhäufigkeiten und Zellhäufigkeiten werden oft verwechselt. Eine Zellhäufigkeit gibt an, wie viele Fälle gleichzeitig in Kategorie i der ersten und Kategorie j der zweiten Variablen fallen. Die Randhäufigkeit dagegen summiert über alle Kategorien einer Variablen – sie ignoriert die Unterteilung nach der anderen Variablen vollständig.
Gut zu wissen: Randhäufigkeiten spielen auch in der Wahrscheinlichkeitstheorie eine wichtige Rolle. Dort entsprechen relative Randhäufigkeiten den sogenannten Marginalwahrscheinlichkeiten, die durch Summation (bei diskreten Variablen) oder Integration (bei stetigen Variablen) aus der gemeinsamen Verteilung gewonnen werden.

Praxisbeispiel zu Randhäufigkeit

In einer Hochschulbefragung wurden 200 Studierende nach ihrem Studienfach (Psychologie, BWL) und ihrer Wohnform (WG, allein) befragt. Die Ergebnisse lassen sich in folgender Kontingenztabelle darstellen:

Tabelle 1. Kontingenztabelle: Studienfach × Wohnform (absolute Häufigkeiten)
WG Allein Zeilenrandhäufigkeit
Psychologie 70 30 100
BWL 50 50 100
Spaltenrandhäufigkeit 120 80 200

Die Zeilenrandhäufigkeiten (100 und 100) geben an, dass beide Studiengänge jeweils 100 Personen umfassen. Die Spaltenrandhäufigkeiten zeigen, dass 120 der Befragten in einer WG und 80 allein wohnen – unabhängig vom Studienfach. Die relativen Randhäufigkeiten betragen entsprechend 60 % (WG) und 40 % (allein).

Möchte man nun prüfen, ob Studienfach und Wohnform statistisch zusammenhängen, dienen genau diese Randhäufigkeiten als Basis für die Berechnung der erwarteten Häufigkeiten im Chi-Quadrat-Test. Beispielsweise wäre die erwartete Häufigkeit für Psychologie-Studierende in einer WG: .

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