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Statistik-Glossar

Relative Risikoreduktion

Relative Risk Reduction (RRR) · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 5 Min. Lesezeit

Was versteht man unter Relativer Risikoreduktion?

Die Relative Risikoreduktion (RRR) ist ein statistisches Maß, das angibt, um wie viel Prozent das Risiko eines Ereignisses (z. B. Erkrankung, Rückfall, Misserfolg) in einer behandelten oder intervenierten Gruppe im Vergleich zu einer Kontrollgruppe reduziert wird. Sie berechnet sich aus der Differenz der Ereignisraten beider Gruppen, geteilt durch die Ereignisrate der Kontrollgruppe:

Formel: Relative Risikoreduktion

Dabei steht für die Ereignisrate in der Kontrollgruppe und für die Ereignisrate in der Interventionsgruppe. Das Ergebnis wird üblicherweise als Prozentwert angegeben.

Einfach erklärt Stell dir vor, ohne Behandlung erkranken von 100 Personen 20. Mit Behandlung sind es nur noch 10. Die absolute Zahl der verhinderten Fälle ist 10 – das ist die absolute Risikoreduktion. Die relative Risikoreduktion fragt aber: Um wie viel Prozent des ursprünglichen Risikos wurde das Risiko gesenkt? In diesem Fall um 50 % – denn 10 ist die Hälfte von 20. Die RRR beschreibt also den relativen Anteil der Verbesserung, nicht die absolute Anzahl.

Warum ist die Relative Risikoreduktion für statistische Analysen wichtig?

Die RRR ist vor allem in der klinischen Forschung, Epidemiologie und Evaluationsforschung weit verbreitet. Sie macht es einfach, die Wirksamkeit einer Intervention über verschiedene Studien und Kontexte hinweg zu vergleichen – unabhängig davon, wie häufig das Ereignis insgesamt auftritt.

Das klingt praktisch, birgt aber einen wichtigen Fallstrick: Die RRR sagt nichts darüber aus, wie groß das Ausgangsrisiko war. Eine RRR von 50 % klingt beeindruckend – egal ob das Risiko von 40 % auf 20 % oder von 2 % auf 1 % gesenkt wurde. Im ersten Fall wurden pro 100 Personen 20 Fälle verhindert, im zweiten nur 1. Ohne den absoluten Kontext kann die RRR daher irreführend wirken.

Häufiger Fehler Die Relative Risikoreduktion wird oft ohne Angabe des Ausgangsrisikos kommuniziert – insbesondere in Medien und Werbung. Das kann dazu führen, dass Wirkungen dramatischer wirken als sie tatsächlich sind. Deshalb sollte die RRR immer zusammen mit der Absoluten Risikoreduktion (ARR) und der Number Needed to Treat (NNT) berichtet werden, um ein vollständiges Bild zu liefern.
Gut zu wissen Die RRR steht in direktem Zusammenhang mit dem Relativen Risiko (RR): Es gilt RRR = 1 − RR. Wenn das relative Risiko z. B. 0,6 beträgt, ist die RRR = 40 %.

Praxisbeispiel zu Relativer Risikoreduktion

In einer klinischen Studie wird ein neues Medikament zur Vorbeugung von Herzinfarkten untersucht. 1.000 Personen erhalten das Medikament, weitere 1.000 erhalten ein Placebo. Nach zwei Jahren zeigt sich folgendes Ergebnis:

Tabelle 1. Herzinfarkt-Ereignisse nach Gruppe
Gruppe Teilnehmer Herzinfarkte Ereignisrate
Medikament 1.000 30 3,0 %
Placebo (Kontrolle) 1.000 50 5,0 %

Die Berechnung der RRR ergibt:

Berechnung im Beispiel

Das Medikament reduziert das Herzinfarktrisiko relativ um 40 %. Die absolute Risikoreduktion beträgt jedoch nur 2 Prozentpunkte (5 % − 3 %). Die NNT liegt bei 50 – das bedeutet, 50 Personen müssen behandelt werden, um einen Herzinfarkt zu verhindern. Beide Perspektiven zusammen geben ein realistisches Bild der klinischen Bedeutsamkeit.

Relative Risikoreduktion Absolutes Risiko Relatives Risiko Number Needed to Treat Effektmaße Klinische Studien Epidemiologie

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