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Statistik-Glossar

Residuenplot

Residual Plot · Residuendiagramm · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was versteht man unter einem Residuenplot?

Ein Residuenplot ist eine grafische Darstellung der Residuen einer Regressionsanalyse. Residuen sind die Differenzen zwischen den tatsächlich beobachteten Werten und den vom Modell vorhergesagten Werten :

Formel: Residuum

Im klassischen Residuenplot werden die Residuen auf der y-Achse gegen die vorhergesagten Werte (oder alternativ gegen eine Prädiktorvariable) auf der x-Achse abgetragen. Jeder Datenpunkt ergibt dabei einen Punkt im Diagramm.

Einfach erklärt: Stell dir vor, du versuchst mit einem Lineal eine Punktwolke möglichst gut zu treffen. Die Abstände zwischen deinem Lineal und den einzelnen Punkten sind die Residuen. Der Residuenplot zeigt dir diese Abstände auf einen Blick – so siehst du sofort, ob deine Gerade systematische Fehler macht oder ob die Punkte zufällig um sie herum streuen.

Warum ist der Residuenplot für statistische Analysen wichtig?

Der Residuenplot ist ein zentrales Diagnosewerkzeug in der Regressionsanalyse. Er hilft dabei zu prüfen, ob die Voraussetzungen eines Regressionsmodells erfüllt sind. Die wichtigsten Annahmen, die sich visuell überprüfen lassen, sind:

  • Linearität: Die Residuen sollten zufällig um die Nulllinie streuen. Zeigt sich ein gebogenes Muster, deutet das auf eine nichtlineare Beziehung hin, die das Modell nicht abbildet.
  • Homoskedastizität: Die Streuung der Residuen sollte über alle Werte der x-Achse hinweg gleichmäßig sein. Ein trichterförmiges Muster weist auf Heteroskedastizität hin.
  • Ausreißer: Einzelne Punkte mit sehr großen Residuen fallen sofort auf und können die Modellgüte stark beeinflussen.
  • Unabhängigkeit: Systematische Muster (z. B. Wellen) können auf Autokorrelation hindeuten, besonders bei Zeitreihendaten.
Gut zu wissen: Ein „guter“ Residuenplot zeigt eine gleichmäßige, zufällige Punktwolke ohne erkennbares Muster – die Punkte liegen symmetrisch und ohne Struktur rund um die Nulllinie verteilt.
Häufiger Fehler: Viele Forschende berichten nur den R²-Wert und verzichten auf die Residuendiagnostik. Ein hoher R²-Wert schließt jedoch Modellverletzungen keineswegs aus – ein Residuenplot kann trotzdem klare Muster zeigen, die das Modell in Frage stellen.

Praxisbeispiel zu Residuenplot

Angenommen, du untersuchst den Zusammenhang zwischen Lernzeit (in Stunden) und Prüfungspunkten bei 80 Studierenden. Du berechnest eine einfache lineare Regression und trägst die Residuen gegen die vorhergesagten Werte ab.

Tabelle 1. Beispielhafte Residuen aus einer Regressionsanalyse
Vorhergesagter Wert Beobachteter Wert Residuum
58 55 −3
65 70 +5
72 71 −1
80 88 +8
85 84 −1

Streuen die Residuen wie hier zufällig und ohne Muster um null, ist das ein gutes Zeichen: Das lineare Modell scheint angemessen. Würden die Residuen hingegen bei kleinen vorhergesagten Werten durchgehend negativ und bei großen Werten durchgehend positiv sein, läge ein klares Muster vor – ein Hinweis darauf, dass ein lineares Modell die Daten nicht gut beschreibt und möglicherweise ein polynomiales Modell besser passt.

Regressionsanalyse Residuen Modelldiagnostik Homoskedastizität Linearität Ausreißer Datenvisualisierung

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Maximilian Fuchs, M. Sc.

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