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Statistik-Glossar

Richtig-positiv

True Positive (TP) · Maximilian Fuchs · 27. April 2026 · 3 Min. Lesezeit

Was versteht man unter Richtig-positiv?

Ein Richtig-positives Ergebnis (englisch: True Positive, kurz TP) liegt vor, wenn ein Test oder ein Klassifikationsmodell eine Bedingung als vorhanden einstuft – und sie tatsächlich vorhanden ist. Mit anderen Worten: Das Modell erkennt einen echten Fall korrekt.

Der Begriff stammt aus der Konfusionsmatrix, einem zentralen Werkzeug zur Bewertung von Klassifikationsmodellen. Sie fasst vier mögliche Ergebnisse zusammen:

Tatsächlich positiv Tatsächlich negativ
Vorhergesagt positiv Richtig-positiv (TP) Falsch-positiv (FP)
Vorhergesagt negativ Falsch-negativ (FN) Richtig-negativ (TN)
Einfach erklärt Stell dir einen Rauchmelder vor. Ein Richtig-positives Ergebnis bedeutet: Es brennt wirklich – und der Alarm schlägt an. Genau richtig.

Warum ist Richtig-positiv für statistische Analysen wichtig?

Die Anzahl der Richtig-positiven Ergebnisse ist die Grundlage für mehrere wichtige Gütemaße eines Klassifikationsmodells. Besonders relevant sind:

Wichtige Kennzahlen mit Bezug zu Richtig-positiv

  • Sensitivität (Recall): Wie viele der tatsächlich positiven Fälle werden erkannt?
  • Präzision (Precision): Wie viele der als positiv vorhergesagten Fälle sind wirklich positiv?
  • F1-Score: Das harmonische Mittel aus Sensitivität und Präzision – ein ausgewogenes Gesamtmaß.

Je mehr Richtig-positive ein Modell erzielt, desto besser erkennt es echte Fälle. Das ist besonders dann entscheidend, wenn das Übersehen eines positiven Falls schwerwiegende Konsequenzen hat – etwa in der Medizin oder bei Sicherheitssystemen.

Häufiger Fehler Viele optimieren ein Modell ausschließlich auf eine hohe Anzahl an Richtig-positiven – und ignorieren dabei die Falsch-positiven. Das kann zu einem Modell führen, das zwar kaum echte Fälle verpasst, aber auch sehr viele falsche Alarme produziert. Deshalb sollten Richtig-positive immer im Zusammenspiel mit anderen Kennzahlen betrachtet werden.

Praxisbeispiel zu Richtig-positiv

Ein Krankenhaus setzt ein KI-Modell ein, um bei Röntgenbildern eine bestimmte Lungenerkrankung zu erkennen. In einer Testgruppe von 200 Patienten sind 80 tatsächlich erkrankt. Das Modell identifiziert davon 72 korrekt als krank – das sind 72 Richtig-positive.

Die Sensitivität berechnet sich dann wie folgt:

Das Modell erkennt also 90 % der tatsächlich Erkrankten. Die verbleibenden 8 Fälle sind Falsch-negative – erkrankte Personen, die das Modell fälschlicherweise als gesund einstuft. Im medizinischen Kontext wäre es nun entscheidend, diesen Wert noch weiter zu verbessern, da das Übersehen einer Erkrankung schwere Folgen haben kann.

Gut zu wissen In der Praxis gibt es oft einen Trade-off zwischen Sensitivität und Präzision: Erhöht man die Empfindlichkeit eines Modells, um mehr Richtig-positive zu erzielen, steigt häufig gleichzeitig die Anzahl der Falsch-positiven. Dieses Gleichgewicht muss je nach Anwendungsfall bewusst abgewogen werden.
Konfusionsmatrix Klassifikation Sensitivität Präzision F1-Score Maschinelles Lernen True Positive

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Maximilian Fuchs, M. Sc.

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