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Statistik-Glossar

Spannweite

Range / Variationsbreite · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 3 Min. Lesezeit

Was versteht man unter Spannweite?

Die Spannweite (englisch: Range) ist ein Streuungsmaß und beschreibt die Differenz zwischen dem größten und dem kleinsten Wert einer Datenmenge. Sie gibt an, über welchen Wertebereich sich die Daten insgesamt erstrecken.

Formel

Dabei steht xmax für den größten beobachteten Wert und xmin für den kleinsten. Das Ergebnis ist immer eine nicht-negative Zahl und hat dieselbe Maßeinheit wie die ursprünglichen Daten.

Einfach erklärt Stell dir vor, du misst die Körpergrößen aller Personen in einem Raum. Die kleinste Person ist 158 cm groß, die größte 192 cm. Die Spannweite beträgt dann 192 − 158 = 34 cm. Sie zeigt dir auf einen Blick, wie weit die Werte auseinanderliegen – von ganz unten bis ganz oben.

Warum ist die Spannweite für statistische Analysen wichtig?

Die Spannweite ist das einfachste und am schnellsten zu berechnende Streuungsmaß. Sie liefert einen ersten groben Eindruck davon, wie stark die Werte in einem Datensatz variieren. Gerade bei einer explorativen Datenanalyse, also beim ersten Kennenlernen eines Datensatzes, ist sie ein nützlicher Ausgangspunkt.

Allerdings hat die Spannweite eine entscheidende Schwäche: Sie basiert ausschließlich auf den beiden Extremwerten eines Datensatzes. Alle Werte dazwischen bleiben vollständig unberücksichtigt. Das macht sie sehr anfällig für Ausreißer – also einzelne ungewöhnlich hohe oder niedrige Werte, die das Bild verzerren können.

Häufiger Fehler Die Spannweite wird oft als alleiniges Streuungsmaß verwendet. Das kann irreführend sein: Zwei Datensätze können dieselbe Spannweite haben, sich aber in ihrer inneren Streuung stark unterscheiden. Ergänze die Spannweite daher immer durch robustere Maße wie die Standardabweichung oder den Interquartilsabstand (IQR).
Gut zu wissen Der Interquartilsabstand (IQR) gilt als robustere Alternative zur Spannweite. Er betrachtet nur den mittleren Bereich der Daten (zwischen dem 25. und 75. Perzentil) und ist damit deutlich weniger empfindlich gegenüber Ausreißern.

Praxisbeispiel zu Spannweite

In einer Studie werden die wöchentlichen Lernzeiten (in Stunden) von acht Studierenden erhoben:

Tabelle 1. Wöchentliche Lernzeiten von acht Studierenden
Studierende Person Lernzeit (Stunden/Woche)
1 5
2 8
3 12
4 9
5 14
6 7
7 6
8 30

Der kleinste Wert beträgt 5 Stunden, der größte 30 Stunden. Die Spannweite ergibt sich damit zu:

Berechnung

Die Spannweite von 25 Stunden klingt nach einer sehr großen Streuung. Tatsächlich ist sie hier vor allem durch Person 8 mit 30 Stunden verursacht – einen offensichtlichen Ausreißer. Die übrigen sieben Personen liegen alle zwischen 5 und 14 Stunden, also in einem deutlich engeren Bereich. Dieses Beispiel zeigt gut, warum die Spannweite allein kein vollständiges Bild der Streuung liefert.

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Maximilian Fuchs, M. Sc.

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