Seit 2019 im DACH-RaumSeit 2019
50+ Statistik-Experten50+ Experten
Über 1.200 Projekte1.200+ Projekte
Alle StatistikprogrammeAlle Programme
Express möglichExpress

Statistik-Glossar

Spearman-Rangkorrelation

Spearman’s Rank Correlation / Rangkorrelationskoeffizient nach Spearman · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 5 Min. Lesezeit

Was versteht man unter Spearman-Rangkorrelation?

Die Spearman-Rangkorrelation ist ein nichtparametrisches Maß für den statistischen Zusammenhang zwischen zwei Variablen. Sie wurde vom britischen Psychologen Charles Spearman entwickelt und misst, wie gut der Zusammenhang zwischen zwei Variablen durch eine monotone Funktion beschrieben werden kann – also ob höhere Werte der einen Variable tendenziell mit höheren (oder niedrigeren) Werten der anderen Variable einhergehen, unabhängig davon, ob dieser Zusammenhang linear ist.

Statt mit den Originalwerten zu arbeiten, werden die Messwerte beider Variablen zunächst in Ränge umgewandelt. Der kleinste Wert erhält den Rang 1, der zweitkleinste den Rang 2 und so weiter. Anschließend wird der Korrelationskoeffizient auf Basis dieser Ränge berechnet. Der resultierende Koeffizient wird als rs oder ρ (Rho) bezeichnet.

Berechnungsformel (vereinfacht, ohne Bindungen)

Dabei steht di für die Differenz zwischen den Rängen eines Beobachtungspaares und n für die Anzahl der Beobachtungen. Der Koeffizient nimmt Werte zwischen −1 und +1 an: +1 bedeutet einen perfekten positiven, −1 einen perfekten negativen und 0 keinen monotonen Zusammenhang.

Einfach erklärt: Stell dir vor, du möchtest wissen, ob Studierende, die viel lernen, auch bessere Noten bekommen. Statt mit den genauen Stundenzahlen und Notenpunkten zu rechnen, ordnest du beide Listen einfach der Größe nach: Wer lernt am meisten? Wer hat die beste Note? Die Spearman-Rangkorrelation vergleicht dann diese Rangfolgen miteinander – stimmen sie überein, gibt es einen positiven Zusammenhang.

Warum ist die Spearman-Rangkorrelation für statistische Analysen wichtig?

Die Spearman-Rangkorrelation ist besonders dann das richtige Werkzeug, wenn eine oder mehrere der folgenden Bedingungen zutreffen:

  • Die Daten sind ordinal skaliert (z. B. Schulnoten, Likert-Skalen, Rangplätze).
  • Die Daten sind nicht normalverteilt oder die Stichprobe ist zu klein, um die Normalverteilung zuverlässig zu prüfen.
  • Es gibt Ausreißer in den Daten, die eine Pearson-Korrelation verzerren würden.
  • Der Zusammenhang zwischen den Variablen ist monoton, aber nicht linear.

Damit ist die Spearman-Rangkorrelation eine robuste Alternative zur Pearson-Korrelation, die an stärkere Voraussetzungen (Intervallskalierung, Linearität, Normalverteilung) geknüpft ist.

Häufiger Fehler: Viele verwenden die Pearson-Korrelation, ohne die Voraussetzungen zu prüfen – zum Beispiel bei Likert-Skalen mit 5 Stufen oder bei stark schiefen Verteilungen. In solchen Fällen liefert die Spearman-Rangkorrelation zuverlässigere Ergebnisse. Umgekehrt sollte man nicht pauschal immer Spearman wählen: Bei erfüllten Pearson-Voraussetzungen ist Pearson das mächtigere Verfahren.
Gut zu wissen: Bei Bindungen – also wenn mehrere Beobachtungen denselben Rang erhalten – ist die vereinfachte Formel nicht mehr exakt. In diesem Fall sollte das allgemeinere Verfahren über die Pearson-Formel auf den Rängen verwendet werden, was die meisten Statistiksoftwareprogramme automatisch berücksichtigen.

Praxisbeispiel zu Spearman-Rangkorrelation

Eine Forscherin untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen der Schlafdauer (in Stunden) und der subjektiven Erholungsqualität (auf einer Skala von 1 bis 10) bei 5 Probandinnen und Probanden gibt.

Tabelle 1. Schlafdauer, Erholungsqualität und berechnete Ränge
Person Schlafdauer (h) Rang Schlaf Erholungsqualität Rang Erholung d
A 5 1 3 1 0 0
B 6 2 5 2 0 0
C 7 3 6 3 0 0
D 8 4 8 4 0 0
E 9 5 9 5 0 0

Die Summe aller d²-Werte beträgt 0. Setzt man das in die Formel ein, ergibt sich ein rs = 1,0 – ein perfekter positiver Rangzusammenhang. Mehr Schlaf geht in diesem Beispiel stets mit höherer Erholungsqualität einher.

In der Praxis sind solche perfekten Werte natürlich selten. Typische Werte liegen zwischen 0,3 und 0,7 und gelten je nach Fachgebiet als schwacher bis starker Zusammenhang. Die statistische Signifikanz des Koeffizienten lässt sich anschließend über einen t-Test oder spezifische Tabellen prüfen.

Korrelation Nichtparametrisch Rangskala Ordinaldaten Zusammenhangsmaß Robuste Statistik Pearson vs. Spearman

Ihr persönlicher Ansprechpartner

Maximilian Fuchs, M. Sc.

Teilen Sie uns mit, wie wir Ihnen helfen können.

  • Persönlicher Ansprechpartner
  • Schnelle Rückmeldung
  • Transparente Preise
  • Schutz Ihrer Daten

Fragen? Einfach anrufen!