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Statistik-Glossar

SRMR

Standardized Root Mean Square Residual · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was versteht man unter SRMR?

Der SRMR (Standardized Root Mean Square Residual) ist ein Maß zur Beurteilung der Modellpassung (Model Fit) in der Strukturgleichungsmodellierung (SEM) und konfirmatorischen Faktorenanalyse (CFA). Er gibt an, wie stark die vom Modell vorhergesagte Korrelationsmatrix im Durchschnitt von der beobachteten Korrelationsmatrix abweicht.

Konkret berechnet sich der SRMR als die Wurzel aus dem Mittelwert aller quadrierten Differenzen zwischen den beobachteten und den modellimplizierten Korrelationen:

Formel: SRMR

Dabei steht für die beobachtete Korrelation zwischen den Variablen i und j, für die entsprechende modellimplizierte Korrelation und p für die Anzahl der beobachteten Variablen. Der SRMR ist immer nicht-negativ, und ein Wert von 0 würde eine perfekte Modellpassung bedeuten.

Einfach erklärt: Stell dir vor, dein Modell macht eine Vorhersage, wie stark verschiedene Variablen miteinander zusammenhängen. Der SRMR misst, wie weit diese Vorhersagen im Durchschnitt von den tatsächlich gemessenen Zusammenhängen entfernt liegen – und zwar in standardisierter Form, also in einer einheitlich vergleichbaren Skala. Je kleiner der SRMR, desto besser passt dein Modell zu den realen Daten.

Warum ist SRMR für statistische Analysen wichtig?

In der Strukturgleichungsmodellierung reicht ein einzelner Fit-Index nicht aus, um die Modellgüte zuverlässig zu beurteilen. Der SRMR ist deshalb wertvoll, weil er direkt auf der Residualebene der Korrelationen arbeitet und damit inhaltlich gut interpretierbar ist: Er zeigt unmittelbar, wie groß die durchschnittliche Abweichung zwischen Modell und Daten in Korrelationseinheiten ist.

Als grobe Orientierung für die Bewertung des SRMR gelten folgende Richtwerte:

Tabelle 1. Gängige Richtwerte zur Interpretation des SRMR
SRMR-Wert Bewertung der Modellpassung
≤ .05 Sehr gute Passung
.05 – .08 Akzeptable Passung
.08 – .10 Grenzwertige Passung
> .10 Schlechte Passung

Ein wichtiger Vorteil des SRMR gegenüber anderen Fit-Indizes wie dem RMSEA ist, dass er weniger stark von der Stichprobengröße beeinflusst wird und sich besonders gut für Modelle mit vielen Variablen eignet. Allerdings tendiert der SRMR dazu, bei Modellen mit wenigen Freiheitsgraden kleinere Werte anzuzeigen, was zu einer Überschätzung der Modellgüte führen kann.

Häufiger Fehler: Den SRMR als alleinigen Fit-Index zu berichten. In der Praxis sollte er stets zusammen mit weiteren Indizes wie CFI, TLI und RMSEA interpretiert werden, um ein vollständiges Bild der Modellgüte zu erhalten.
Gut zu wissen: Manche Softwarepakete (z. B. lavaan in R) berechnen den SRMR standardmäßig mit, andere (z. B. ältere AMOS-Versionen) müssen dafür extra konfiguriert werden. Prüfe daher immer, welche Fit-Indizes deine Software ausgibt und ob der SRMR dabei ist.

Praxisbeispiel zu SRMR

Angenommen, du untersuchst in deiner Masterarbeit ein Modell zur Arbeitszufriedenheit. Du vermutest, dass drei latente Faktoren – Autonomie, Wertschätzung und Arbeitsklima – die Zufriedenheit von Mitarbeitenden erklären. Du erhebst dazu 12 Fragebogenitems und prüfst dein Modell mit einer konfirmatorischen Faktorenanalyse (CFA) in R (lavaan).

Nach der Modellschätzung gibt lavaan folgende Fit-Indizes aus:

Tabelle 2. Beispielhafte Fit-Indizes für ein CFA-Modell zur Arbeitszufriedenheit
Fit-Index Wert Bewertung
CFI .96 Gut (≥ .95)
TLI .95 Gut (≥ .95)
RMSEA .051 Akzeptabel (≤ .06)
SRMR .047 Sehr gut (≤ .05)

Der SRMR von .047 zeigt, dass die modellimplizierten Korrelationen im Durchschnitt nur um etwa 4,7 Prozentpunkte von den beobachteten Korrelationen abweichen. Da alle Fit-Indizes konsistent auf eine gute bis akzeptable Modellpassung hinweisen, kannst du in deiner Arbeit begründet festhalten, dass das Drei-Faktoren-Modell gut zu den Daten passt.

SRMR Modellfit Strukturgleichungsmodell CFA Fit-Index Residuen Faktorenanalyse SEM

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