Standardabweichung
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Was versteht man unter Standardabweichung?
Die Standardabweichung ist ein Streuungsmaß, das angibt, wie weit die einzelnen Messwerte einer Verteilung im Durchschnitt vom arithmetischen Mittel abweichen. Sie ist die Wurzel aus der Varianz und wird in derselben Einheit ausgedrückt wie die ursprünglichen Daten – das macht sie besonders gut interpretierbar.
Man unterscheidet zwei Versionen, je nachdem ob man eine Grundgesamtheit oder eine Stichprobe betrachtet:
Standardabweichung der Grundgesamtheit (σ)
Standardabweichung der Stichprobe (s)
Der einzige Unterschied liegt im Nenner: Bei der Stichprobenvariante wird durch n − 1 geteilt statt durch n. Dieses sogenannte Bessel’sche Korrektur sorgt dafür, dass der Schätzer unverzerrt ist – also die Streuung in der Grundgesamtheit nicht systematisch unterschätzt wird.
Warum ist Standardabweichung für statistische Analysen wichtig?
Die Standardabweichung gehört zu den zentralen Kennzahlen in der deskriptiven Statistik. Sie ergänzt den Mittelwert entscheidend: Ein Mittelwert allein sagt wenig darüber aus, wie homogen oder heterogen eine Gruppe ist. Erst in Kombination mit der Standardabweichung entsteht ein vollständiges Bild der Verteilung.
Konkret wird die Standardabweichung unter anderem gebraucht für:
- Deskriptive Statistik: Beschreibung der Streuung in einer Stichprobe, z. B. in Tabellen oder Ergebnisberichten.
- Inferenzstatistik: Berechnung von Standardfehlern, Konfidenzintervallen und Teststatistiken.
- Effektgrößen: Maße wie Cohens d setzen die Mittelwertdifferenz ins Verhältnis zur Standardabweichung.
- Normalverteilung: Bei normalverteilten Daten liegen etwa 68 % der Werte innerhalb von ±1 SD, rund 95 % innerhalb von ±2 SD.
Praxisbeispiel zu Standardabweichung
In einer Studie werden fünf Probandinnen nach ihrer täglichen Bildschirmzeit (in Stunden) befragt. Die Angaben lauten: 2, 4, 4, 6, 9.
| Probandin | Wert (xᵢ) | Abweichung vom Mittel (xᵢ − x̄) | Quadrierte Abweichung |
|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 2 − 5 = −3 | 9 |
| 2 | 4 | 4 − 5 = −1 | 1 |
| 3 | 4 | 4 − 5 = −1 | 1 |
| 4 | 6 | 6 − 5 = +1 | 1 |
| 5 | 9 | 9 − 5 = +4 | 16 |
| Summe | 25 | – | 28 |
Der Mittelwert beträgt x̄ = 25 / 5 = 5 Stunden. Da es sich um eine Stichprobe handelt, wird durch n − 1 = 4 geteilt: Varianz s² = 28 / 4 = 7. Die Standardabweichung ist damit s = √7 ≈ 2,65 Stunden.
Das Ergebnis bedeutet: Die Bildschirmzeiten der Befragten weichen im Durchschnitt um rund 2,65 Stunden vom Mittelwert ab. Für einen wissenschaftlichen Bericht würde man schreiben: M = 5.00, SD = 2.65.