Stanine-Wert
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Was versteht man unter dem Stanine-Wert?
Der Stanine-Wert (von englisch Standard Nine) ist eine normierte Skala zur Einordnung von Testergebnissen in neun ganzzahlige Klassen, nummeriert von 1 bis 9. Die Skala basiert auf der Normalverteilung und teilt die Gesamtverteilung einer Stichprobe in festgelegte prozentuale Anteile auf. Der Mittelwert der Stanine-Skala liegt bei 5, die Standardabweichung beträgt näherungsweise 2.
Jeder Stanine-Wert entspricht einem bestimmten Prozentbereich der Normalverteilung:
| Stanine | Prozentanteil | Einordnung |
|---|---|---|
| 1 | 4 % | Weit unterdurchschnittlich |
| 2 | 7 % | Unterdurchschnittlich |
| 3 | 12 % | Etwas unterdurchschnittlich |
| 4 | 17 % | Leicht unterdurchschnittlich |
| 5 | 20 % | Durchschnittlich |
| 6 | 17 % | Leicht überdurchschnittlich |
| 7 | 12 % | Etwas überdurchschnittlich |
| 8 | 7 % | Überdurchschnittlich |
| 9 | 4 % | Weit überdurchschnittlich |
Um einen Rohwert in einen Stanine-Wert umzuwandeln, wird zunächst der z-Wert des Rohwerts berechnet. Anschließend wird dieser z-Wert mithilfe der festgelegten Grenzen der Normalverteilung einer der neun Klassen zugeordnet. Die Formel zur Berechnung des z-Werts lautet:
Formel: z-Wert
Dabei steht für den Rohwert, für den Mittelwert der Stichprobe und für die Standardabweichung.
Warum ist der Stanine-Wert für statistische Analysen wichtig?
Stanine-Werte werden besonders in der pädagogischen Diagnostik und Psychometrie eingesetzt – etwa bei Schultests, Intelligenztests oder Eignungsdiagnostik. Ihr großer Vorteil liegt in der einfachen Kommunizierbarkeit: Statt komplexer Rohwerte oder Prozenträume liefern sie eine übersichtliche neunstufige Einordnung, die leicht verständlich ist.
Außerdem eignen sich Stanine-Werte für den Vergleich über verschiedene Tests hinweg, weil sie auf einer einheitlichen Normskala beruhen. Wenn zwei unterschiedliche Tests beide auf Stanine-Werte normiert sind, lassen sich die Ergebnisse direkt gegenüberstellen – unabhängig davon, wie die jeweiligen Rohwertskalen aufgebaut sind.
Praxisbeispiel zu Stanine-Werten
Eine Schule führt einen standardisierten Lesetest mit einer Klasse durch. Ein Schüler erzielt 42 Punkte. Der Mittelwert aller Schüler liegt bei 35 Punkten, die Standardabweichung beträgt 8 Punkte.
Zunächst wird der z-Wert berechnet:
Berechnung: z-Wert des Schülers
Ein z-Wert von 0,875 liegt im Bereich zwischen 0,5 und 1,25 der Normalverteilung, was einem Stanine-Wert von 6 entspricht. Der Schüler liegt damit leicht überdurchschnittlich und gehört zu den 17 % der Normgruppe, die diesen Bereich belegen.
Diese Information lässt sich nun einfach an Eltern oder Lehrkräfte kommunizieren: „Ihr Kind liegt im Lesetest mit einem Stanine-Wert von 6 leicht über dem Durchschnitt.“