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Statistik-Glossar

Stanine-Wert

Stanine Score · Standard Nine · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was versteht man unter dem Stanine-Wert?

Der Stanine-Wert (von englisch Standard Nine) ist eine normierte Skala zur Einordnung von Testergebnissen in neun ganzzahlige Klassen, nummeriert von 1 bis 9. Die Skala basiert auf der Normalverteilung und teilt die Gesamtverteilung einer Stichprobe in festgelegte prozentuale Anteile auf. Der Mittelwert der Stanine-Skala liegt bei 5, die Standardabweichung beträgt näherungsweise 2.

Jeder Stanine-Wert entspricht einem bestimmten Prozentbereich der Normalverteilung:

Tabelle 1. Stanine-Werte mit zugehörigen Prozentanteilen und Beschreibungen
Stanine Prozentanteil Einordnung
1 4 % Weit unterdurchschnittlich
2 7 % Unterdurchschnittlich
3 12 % Etwas unterdurchschnittlich
4 17 % Leicht unterdurchschnittlich
5 20 % Durchschnittlich
6 17 % Leicht überdurchschnittlich
7 12 % Etwas überdurchschnittlich
8 7 % Überdurchschnittlich
9 4 % Weit überdurchschnittlich

Um einen Rohwert in einen Stanine-Wert umzuwandeln, wird zunächst der z-Wert des Rohwerts berechnet. Anschließend wird dieser z-Wert mithilfe der festgelegten Grenzen der Normalverteilung einer der neun Klassen zugeordnet. Die Formel zur Berechnung des z-Werts lautet:

Formel: z-Wert

Dabei steht für den Rohwert, für den Mittelwert der Stichprobe und für die Standardabweichung.

Einfach erklärt: Stell dir vor, du schreibst einen Test mit 100 anderen Personen. Der Stanine-Wert sagt dir nicht einfach, wie viele Punkte du hattest, sondern wo du im Vergleich zur Gruppe stehst – eingeteilt in neun Stufen. Eine 5 bedeutet: Du liegst genau im Durchschnitt. Eine 8 oder 9 bedeutet, du gehörst zu den Besten. Eine 1 oder 2 bedeutet, du hast deutlich schlechter abgeschnitten als die meisten.

Warum ist der Stanine-Wert für statistische Analysen wichtig?

Stanine-Werte werden besonders in der pädagogischen Diagnostik und Psychometrie eingesetzt – etwa bei Schultests, Intelligenztests oder Eignungsdiagnostik. Ihr großer Vorteil liegt in der einfachen Kommunizierbarkeit: Statt komplexer Rohwerte oder Prozenträume liefern sie eine übersichtliche neunstufige Einordnung, die leicht verständlich ist.

Außerdem eignen sich Stanine-Werte für den Vergleich über verschiedene Tests hinweg, weil sie auf einer einheitlichen Normskala beruhen. Wenn zwei unterschiedliche Tests beide auf Stanine-Werte normiert sind, lassen sich die Ergebnisse direkt gegenüberstellen – unabhängig davon, wie die jeweiligen Rohwertskalen aufgebaut sind.

Häufiger Fehler: Stanine-Werte sind ordinal, nicht intervallskaliert. Das bedeutet: Der Abstand zwischen Stanine 1 und 2 ist nicht unbedingt gleich groß wie der Abstand zwischen 4 und 5. Rechenoperationen wie das Bilden von Mittelwerten aus Stanine-Werten sind daher statistisch problematisch und sollten vermieden werden.
Gut zu wissen: Stanine-Werte ähneln anderen Normwerten wie dem T-Wert (Skala von 20–80, Mittelwert 50) oder dem Prozentrang. Alle drei Konzepte dienen der Einordnung in eine Normstichprobe, unterscheiden sich aber in ihrer Präzision und ihrer Anwendung.

Praxisbeispiel zu Stanine-Werten

Eine Schule führt einen standardisierten Lesetest mit einer Klasse durch. Ein Schüler erzielt 42 Punkte. Der Mittelwert aller Schüler liegt bei 35 Punkten, die Standardabweichung beträgt 8 Punkte.

Zunächst wird der z-Wert berechnet:

Berechnung: z-Wert des Schülers

Ein z-Wert von 0,875 liegt im Bereich zwischen 0,5 und 1,25 der Normalverteilung, was einem Stanine-Wert von 6 entspricht. Der Schüler liegt damit leicht überdurchschnittlich und gehört zu den 17 % der Normgruppe, die diesen Bereich belegen.

Diese Information lässt sich nun einfach an Eltern oder Lehrkräfte kommunizieren: „Ihr Kind liegt im Lesetest mit einem Stanine-Wert von 6 leicht über dem Durchschnitt.“

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Maximilian Fuchs, M. Sc.

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