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Statistik-Glossar

Stichprobe

Sample / Zufallsstichprobe · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was versteht man unter Stichprobe?

Eine Stichprobe ist eine Teilmenge von Elementen, die aus einer größeren Gesamtmenge – der sogenannten Grundgesamtheit (engl. population) – ausgewählt wird. Ziel ist es, auf Basis dieser Teilmenge Aussagen über die gesamte Grundgesamtheit treffen zu können, ohne alle Elemente untersuchen zu müssen.

Formal lässt sich eine Stichprobe vom Umfang beschreiben als eine Menge von Beobachtungen , die aus der Grundgesamtheit mit dem Umfang entnommen wurden. Entscheidend ist dabei das Verhältnis von Stichprobengröße zur Grundgesamtheit sowie das verwendete Auswahlverfahren.

Wichtige Arten von Stichproben

  • Zufallsstichprobe (einfach): Jedes Element der Grundgesamtheit hat die gleiche Wahrscheinlichkeit, ausgewählt zu werden.
  • Geschichtete Stichprobe: Die Grundgesamtheit wird in Schichten (z. B. Altersgruppen) aufgeteilt, aus denen jeweils separat gezogen wird.
  • Klumpenstichprobe: Es werden ganze Gruppen (z. B. Schulklassen) zufällig ausgewählt und vollständig untersucht.
  • Quotenstichprobe: Die Stichprobe wird so zusammengestellt, dass bestimmte Merkmalsanteile der Grundgesamtheit widergespiegelt werden – ohne echte Zufallsziehung.
Einfach erklärt Stell dir vor, du willst wissen, wie viele Stunden Studierende an deiner Uni pro Woche lernen. Du kannst unmöglich alle Studierenden befragen. Also befragst du eine Gruppe von 200 zufällig ausgewählten Personen – das ist deine Stichprobe. Aus deren Antworten schließt du dann auf alle Studierenden an der Uni.

Warum ist die Stichprobe für statistische Analysen wichtig?

In der Praxis ist es selten möglich oder sinnvoll, eine Vollerhebung durchzuführen – also alle Elemente der Grundgesamtheit zu untersuchen. Stichproben ermöglichen es, mit vertretbarem Zeit- und Kostenaufwand statistisch belastbare Aussagen zu gewinnen. Die gesamte Inferenzstatistik baut auf diesem Prinzip auf: Aus der Stichprobe werden Parameter wie Mittelwert oder Standardabweichung geschätzt und auf die Grundgesamtheit übertragen.

Damit das funktioniert, muss die Stichprobe repräsentativ sein, das heißt, sie sollte die Grundgesamtheit in ihren wesentlichen Merkmalen widerspiegeln. Dafür ist in der Regel eine zufällige Auswahl notwendig.

Häufiger Fehler Viele verwechseln eine große Stichprobe automatisch mit einer guten Stichprobe. Entscheidend ist nicht allein die Größe, sondern das Auswahlverfahren. Eine schlecht gezogene Stichprobe – zum Beispiel eine reine Selbstselektion über einen Online-Aufruf – kann auch bei tausenden Teilnehmenden verzerrt und damit unrepräsentativ sein. Man spricht dann von einem Stichprobenfehler oder Bias.
Gut zu wissen Die Genauigkeit von Schätzungen auf Basis einer Stichprobe wird durch den Standardfehler beschrieben. Er gibt an, wie stark der geschätzte Mittelwert einer Stichprobe typischerweise vom wahren Mittelwert der Grundgesamtheit abweicht – und sinkt mit zunehmender Stichprobengröße.

Praxisbeispiel zu Stichprobe

Eine Forscherin möchte die durchschnittliche Schlafdauer von Erwachsenen in Deutschland ermitteln. Die Grundgesamtheit umfasst rund 70 Millionen Personen – eine Vollerhebung ist ausgeschlossen. Sie zieht daher eine einfache Zufallsstichprobe von n = 1.200 Personen.

Tabelle 1. Fiktive Ergebnisse der Stichprobenerhebung zur Schlafdauer
Kennwert Stichprobe (n = 1.200)
Durchschnittliche Schlafdauer 7,1 Stunden
Standardabweichung 1,3 Stunden
Standardfehler des Mittelwerts ≈ 0,04 Stunden
95-%-Konfidenzintervall [7,02 ; 7,18] Stunden

Auf Basis dieser Stichprobe schätzt die Forscherin, dass Erwachsene in Deutschland im Durchschnitt etwa 7,1 Stunden schlafen. Das Konfidenzintervall zeigt, dass dieser Schätzwert mit hoher Wahrscheinlichkeit nahe am wahren Populationswert liegt – vorausgesetzt, die Stichprobe wurde zufällig und ohne systematische Verzerrung gezogen.

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Maximilian Fuchs, M. Sc.

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