Seit 2019 im DACH-RaumSeit 2019
50+ Statistik-Experten50+ Experten
Über 1.200 Projekte1.200+ Projekte
Alle StatistikprogrammeAlle Programme
Express möglichExpress

Statistik-Glossar

t-Test für abhängige Stichproben

Paired samples t-test · Abhängiger t-Test · Maximilian Fuchs · 24. April 2026 · 5 Min. Lesezeit

Was versteht man unter dem t-Test für abhängige Stichproben?

Der t-Test für abhängige Stichproben (auch: Paarvergleichstest) ist ein statistisches Verfahren, mit dem man prüft, ob sich die Mittelwerte zweier verbundener Messreihen signifikant voneinander unterscheiden. „Verbunden“ bedeutet dabei, dass die Messwerte paarweise zusammengehören – entweder weil dieselbe Person zweimal gemessen wurde (Vorher-Nachher-Design) oder weil zwei Personen gezielt einander zugeordnet wurden (gematchte Paare).

Technisch gesehen berechnet man für jedes Messpaar die Differenz di und prüft dann, ob der Mittelwert dieser Differenzen signifikant von null abweicht. Die Prüfgröße lautet:

Prüfgröße des abhängigen t-Tests

Dabei ist der mittlere Differenzwert, sd die Standardabweichung der Differenzen und n die Anzahl der Paare. Der resultierende t-Wert wird anschließend mit dem kritischen Wert der t-Verteilung bei n − 1 Freiheitsgraden verglichen.

Einfach erklärt Stell dir vor, du misst bei zehn Personen den Blutdruck vor und nach einem Training. Du interessierst dich nicht für den absoluten Blutdruck, sondern nur dafür, ob sich der Wert bei jeder Person verändert hat. Der abhängige t-Test schaut sich genau diese Veränderung – also die Differenz pro Person – an und prüft, ob sie im Durchschnitt ungleich null ist.

Voraussetzungen

  • Die Messwerte sind intervall- oder verhältnisskaliert.
  • Die Differenzen der Paare sind in der Population normalverteilt (bei großem n gilt der zentrale Grenzwertsatz).
  • Die Paare sind unabhängig voneinander (die Differenz von Paar 1 beeinflusst nicht die Differenz von Paar 2).

Warum ist der t-Test für abhängige Stichproben wichtig?

Der entscheidende Vorteil gegenüber dem t-Test für unabhängige Stichproben liegt in der höheren statistischen Power: Weil individuelle Unterschiede zwischen den Personen (z. B. unterschiedliche Ausgangswerte) durch die Differenzbildung herausgerechnet werden, ist die Streuung der Testgröße geringer. Das bedeutet: Man kann kleinere Effekte mit weniger Personen nachweisen.

In der Praxis kommt der abhängige t-Test vor allem in folgenden Situationen zum Einsatz:

  • Längsschnittstudien: Dieselben Probandinnen werden zu zwei Zeitpunkten gemessen (Vorher-Nachher-Vergleich).
  • Crossover-Designs: Jede Person erhält beide Treatments in zufälliger Reihenfolge.
  • Matching: Personen werden anhand relevanter Merkmale (z. B. Alter, Geschlecht) zu Paaren zusammengestellt.
Häufiger Fehler Manche Studierenden verwenden den abhängigen t-Test, obwohl die Messungen gar nicht verbunden sind – etwa weil zwei verschiedene Gruppen einfach zufällig dieselbe Stichprobengröße haben. Entscheidend ist nicht die gleiche Anzahl von Werten, sondern die inhaltliche Paarung. Umgekehrt wird bei echten Messwiederholungen manchmal fälschlicherweise der unabhängige t-Test gewählt, was zu einem Verlust an Power führt.
Gut zu wissen Bei mehr als zwei Messzeitpunkten reicht der abhängige t-Test nicht mehr aus. Hier ist eine einfaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung (Repeated-Measures ANOVA) das geeignete Verfahren.

Praxisbeispiel zu t-Test für abhängige Stichproben

Eine Ernährungswissenschaftlerin untersucht, ob ein achtwöchiges Ernährungsprogramm den Body-Mass-Index (BMI) verändert. Sie misst den BMI von sechs Teilnehmenden vor und nach dem Programm:

Tabelle 1. BMI-Werte vor und nach dem Ernährungsprogramm
Person BMI vorher BMI nachher Differenz di
1 28,4 26,9 −1,5
2 31,0 29,5 −1,5
3 25,2 24,8 −0,4
4 29,7 27,8 −1,9
5 33,1 31,4 −1,7
6 27,5 26,8 −0,7

Der mittlere Differenzwert beträgt = −1,28, die Standardabweichung der Differenzen sd ≈ 0,60. Einsetzen in die Formel ergibt:

Berechnung des t-Werts

Bei df = 5 Freiheitsgraden liegt der kritische t-Wert (zweiseitig, α = 0,05) bei etwa 2,571. Der berechnete t-Wert von −5,23 übersteigt diesen Betrag deutlich – das Ergebnis ist also statistisch signifikant. Die Ernährungswissenschaftlerin kann schlussfolgern, dass das Programm den BMI signifikant gesenkt hat.

t-Test Abhängige Stichproben Messwiederholung Mittelwertvergleich Signifikanztest Hypothesentest Vorher-Nachher-Vergleich

Ihr persönlicher Ansprechpartner

Maximilian Fuchs, M. Sc.

Teilen Sie uns mit, wie wir Ihnen helfen können.

  • Persönlicher Ansprechpartner
  • Schnelle Rückmeldung
  • Transparente Preise
  • Schutz Ihrer Daten

Fragen? Einfach anrufen!